Paderborn (JS). Die nächsten sechs Jahre wird ein Steinhäuser im Gefängnis verbringen müssen. Nach Überzeugung der 2. Großen Strafkammer des Paderborner Landgerichts handelte der Jäger mehrere Jahre lang ohne eine entsprechende Erlaubnis mit Waffen sowie mit Munition. Vorwürfe, die schwer wogen. Schließlich hatten Paderborner Behörden dem Mann schon 2007 die Waffenbesitzkarte entzogen. Damals hatte er einen Revolver ohne jede gesetzlich vorgeschriebene Sicherung auf der Werkbank im Keller seiner Eltern aufbewahrt.
Bei einer Durchsuchung im Oktober 2010 hatten die Ermittler, wie bereits berichtet, 52 Gewehre und Pistolen in der Wohnung sowie im Keller des 48-Jährigen entdeckt. Wiederum waren die Waffen größtenteils nicht vorschriftsmäßig in Tresoren und Waffenschränken eingeschlossen, etliche entdeckten die Polizeibeamten ganz einfach nur abgestellt in den Ecken von Speisekammer und Keller, bei vielen waren die Identifikationsnummern teilweise oder völlig entfernt worden. Doch damit noch nicht genug des kriminellen Treibens. Von 2007 bis 2010 habe der Jäger insgesamt rund 250 Waffen und Munition bei diversen Händlern gekauft und diese zum Teil weiter veräußert, konstatierte die 2. Große Strafkammer nach fast achtwöchiger Beweisaufnahme. Und das, obschon der Jäger bereits 2005 sein kleines Waffenhandelsgeschäft aufgegeben hatte und keine entsprechende Lizenz mehr besaß.
Bei diesem illegalen Handel des Steinhäusers gelangten einige Waffen über nach wie vor immer noch ungeklärte Wege in die völlig falschen Hände. So wurde eine Pistole bei einem Raubüberfall auf einen Baumarkt in Lüdenscheid benutzt, fünf weitere fanden sich im Waffenarsenal eines Bielefelder Drogendealers.
Die Beteuerungen des Angeklagten, er habe sein altes Handelsgeschäft samt Namen, Konto, Computer und Adresse an einen ihm namentlich nicht bekannten Russen verpachtet, hielt das Gericht für eine "nachträglich konstruierte Schutzbehauptung". Diese Ausführungen seien völlig unglaubhaft, so die Vorsitzende Margret Manthey. Mit ihrem Urteil blieben die die Richter nur wenig unter dem Antrag von Staatsanwältin Dr. Judith Weber, die sechseinhalb Jahre Haft gefordert hatte.
Der gestrige Auftritt vor dem Landgericht Paderborn dürfte für den Steinhäuser nicht der letzte gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hat nämlich eine weitere Anklage auf den Weg gebracht. Sie ist davon überzeugt, dass es der Jäger auch mit den Steuerpflicht nicht so genau genommen hat.
















