Projektwoche zum Auftakt des Jubiläumsjahres / Öffentliche Vorträge und eine Menge Musik
Paderborn. Es sei ein langes Hin und Her und ein Ausprobieren vieler Vorschläge gewesen, berichtete Schulleiterin Dorothea Frintrop-Bechthold. Herausgekommen ist ein Dreiklang: "Traditionell - lebendig - modern" lautet der Slogan, mit dem das Gymnasium Theodorianum sein Jubiläumsjahr überschrieben hat. Am Montag, 13. Februar, beginnt die zehnmonatige "Feiersaison" mit einer schulinternen Projektwoche zum Thema "400 Jahre Leben und Lernen am Kamp". Frintrop-Bechthold: "Die ganze Schule freut sich auf diese s Jubiläum."
Es nimmt Bezug auf den 31. Juli 1612. Damals legte Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg den Grundstein für das Schulgebäude am Kamp - den heutigen Klassenflügel und den Verbindungstrakt zum Turm. Da war das "Theo" bereits eine betagte Schule. Es geht zurück auf die in den Anfängen des Bistums Paderborn gegründete Domschule. Die älteste Urkunde, die ihre Existenz belegt, trägt die Jahreszahl 816. Damit zählt das Theodorianum zu den ältesten Schulen Deutschlands. Da hatte es sich anno 1612 einen Neubau verdient. Der wurde 1614 vollendet. Vor 1670 war das Theodorianum mit mehr als 600 Schülern immerhin das größte Gymnasium Westfalens.
Der Jubiläumsslogan "Traditionell - lebendig - modern" schlage das "Theo" eine Brücke von seiner traditionellen Wertebasis zu "dem, was in der heutigen Welt von uns erwartet wird", sagte die Schulleiterin bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms. Und in der Welt von heute agiere diese Schule "sehr lebendig".
Auf dem Jubiläumsbanner, das an einer Gebäudewand am Kamp zu sehen ist, hüpft, tanzt oder springt eine Schülerin in höchst lebendiger Aktion aus dem Eingangsportal der Schule. Es ist eine Fotomontage von Sibel Sümer, die vor zwei Jahren ihr Abitur bestand, und stammt aus einem Design-Workshop, den der ehemalige Theodorianer André Adomeit damals angeboten hatte. Sümers Tanz vor dem Theo soll auch ein Hinweis darauf sein, dass ein Drittel der heutigen 960 Schüler weiblich ist. Im nächsten Schuljahr soll die Zahl der Schüler die Marke 1.000 überspringen. Sie werden von 62 Pädagogen betreut, gefördert - und gefordert.
Den Höhepunkt des Jubiläumsjahres markiert am 3. November ein ein Festakt in der Paderhalle. Der Tag beginnt mit einem Festgottesdienst im Dom und klingt mit einem großen Ehemaligen-Treffen aus. Rund 4.000 Ex-Theodorianer in aller Welt erhalten eine Einladung und den Jubiläums-Flyer. Als Festredner für den 3. November hat der frühere Kultur-Staatsminister Professor Dr. Julian Nida-Rümelin zugesagt. Er lehrt in München Philosophie. Angewandte Ethik ist sein Schwerpunkt. Die Schule, die stolz auf ihre Wertebasis ist, hofft von dem Referenten, der als imponierender Redner bekannt ist, Wegweisendes zu hören.
Schul- und bildungspolitische Themen werden in einer Vortragsreihe aufgegriffen, die am 1. März mit der Berliner FAZ-Redakteurin Dr. Heike Schmoll beginnt. Ihr Thema: "Die Wiederentdeckung der alten Sprachen in der frühen Neuzeit und ihre geistesgeschichtlichen Konsequenzen" (19.30 Uhr, Aula). "Kleine Machos in der Krise: Brave Mädchen - böse Boben?" heißt die aktuelle Fragestellung am 22. März (Prof. Dr. Alan Guggenbühl, Zürich). "Die Bedeutung der Medien als Bedingung für geistiges Wachstum des Menschen" beleuchtet Prof. Dr. Michael Keil von der Uni Paderborn (26. April). Der Europaabgeordnete Elmar Brok nimmt "Das antike Vermächtnis für ein modernes Europa" in den Blick (24. Mai). Weitere Referate folgen. Alle Vorträge werden moderiert, sind öffentlich und klingen mit einer Diskussion aus.
Weil Musik heute zu den "Profilbausteinen" des Theodorianums zählt, setzt das Jubiläumsprogramm auch zahlreiche musikalische Akzente. Höhepunkt ist am Vorabend des Festaktes eine musikalische Reise durch vier Jahrhunderte, zu der die um Eltern und Ehemalige verstärkten Musikensembles des Gymnasiums einladen (2. November).
Von der Fußball-Europameisterschaft geprägt wird ein großes Schüler-Event am 13. Juni auf dem Schulhof - einem Spieltag der deutschen Mannschaft. Auf einer Schulfahrt wird am 5. Juli mit 20 Bussen Kurs auf Hamburg genommen.
Nicht nur "Pauker" können sich auf Deutschlands ältestes Lehrer-Kabarett freuen. "Die Daktiker" aus Lippstadt gastieren am 31. August mit dem Programm "Ein Jubiläum steht bevor: ,Einer geht noch’".
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