Paderborn. Konzentriert sorgt Meinolf Kniesburges für den farblichen Feinschliff am Karnevalswagen der Gruppe Rüschi 03. Dieser ist bereits jetzt ein echter Hingucker. Große exotische Vögel mit buntem Federkleid zieren das Gefährt, das pünktlich zum Umzug durch die Straßen der Paderstadt fertig sein soll.
Der Zeichentrickfilm "Rio" und seine gefiederten Hauptdarsteller stand in diesem Jahr Pate für den Karnevalswagen der Paderborner Jecken. Rio - Der Film oder "Rüschi de Janeiro", wie Wagenbauer Kniesburges es beschreibt, ist das Motto der Gruppe. So wollen sie den Sonnenschein aus Brasilien ins frostige Deutschland locken. Das ist der Plan, der mehr und mehr Gestalt annimmt. "Um Weihnachten herum haben wir die Zeichnungen erstellt", erinnert sich der Malermeister. Jetzt fehlten nur noch Federn und ein bisschen Farbe. "Außerdem fehlen noch die Musikanlage, die für Samba und Salsa Rhytmen sorgt und die Toilette."
Es ist deutlich zu erkennen, dass die Vorbereitungen zur 9. Karnevalsparade am Samstag, 18. Februar, auf vollen Touren laufen. Seit rund fünf Wochen arbeitet ein Teil der Gruppe emsig an dem Gefährt. Natürlich gehe das immer nur nach Feierabend und an Samstagen. Dann wird gesägt, geschraubt und vor allem gepinselt. Denn zur Karnevalszeit ist vor allem eins wichtig: bunte Farben. "Unser Wagen ist etwas fürs Auge", da sind sich alle einig. "Eine fahrende Showbühne", bringt Hartmut Badziong es auf den Punkt. Etwa 3.000 Euro kostet er die Gruppe. "Das ist nicht leicht zu finanzieren", weiß Badziong. Im letzten Jahr musste die Teilnahme der Rüschis daher ausfallen. Zum Glück habe man in diesem Jahr wieder etwas auf die Beine stellen können. Nicht zuletzt, weil in der Halle von Markus Bathe gebaut werden darf.
Der exotische Wagen wird einer von rund 30 sein, die am Umzug durch die Innenstadt teilnehmen. Insgesamt rechnet Antje Heider vom Karnevalsverein "Drei Hasen" mit 70 bis 80 Gruppen und vielen Tausend Besuchern. Bei dieser Menge an Leuten ist die Sicherheit extrem wichtig. "Wir halten beim Wagen alle Vorschriften ein", erklärt Kniesburges. So würden zum Beispiel die Brüstungshöhen vom TÜV abgenommen. Die beiden Vögel, die über dem Wagen thronen, sind zudem abnehmbar, damit sie unter der Brücke an der Marienstraße durchpassen. Und auch für die Sicherheit der Zuschauer wird gesorgt. "Wir gehen mit sechs Mann neben dem Auflieger her. Nur so könne sichergestellt werden, dass niemand unter den Wagen gerate. "Vor allem Kinder versuchen immer wieder an Bonbons auf der Straße zu kommen", sagt Kniesburges aus Erfahrung. Während in der großen Halle am Wagen gebaut wird, sorgen sich fleißige Hände nebenan um die passenden Kostüme. Die sind ebenso bunt und auffällig wie der Wagen. "Sowohl die Damen als auch die Herren verwandeln sich in Paradiesvögel, passend zum Motto", verrät Claudia Brüning. Auch an den Kostümen wird derzeit letzte Hand angelegt. "Sobald das Thema feststeht, beginnen wir mit der Umsetzung der Verkleidung."
Vor allem die bunten Federn müssten an Kleidern, Flügeln und am Kopfschmuck befestigt werden. Dabei hat auch Claudia Brüning schon einige Federn gelassen. "Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich mir an der Heißklebepistole die Finger verbrannt habe." Doch egal ob Wagenbauer oder Kostümschneider, bei einer Aussage sind, sich alle einig: "Es macht verdammt viel Spaß." Und das gleich an zwei Tagen, denn nach dem Einsatz in Paderborn nimmt das Gefährt auch am Delbrücker Karnevalsumzug teil.