Paderborn. Fest in der Hand der Narren war am Freitag- und Samstagabend die festlich geschmückte Paderhalle. Sogar das Bühnenbild der Paderborner Heimatbühne zu den Gala-Kappensitzungen war eine einzige große Narrenkappe. Die stand auch so manchem bekannten Gesicht im Publikum recht gut.
Rund fünf Stunden lang wurde geklatscht, gelacht und sich dann und wann auch auf die Schenkel geklopft. Bei den beiden Lästermäulern Laura (Brigitte Stitz) und Drüta (Alexandra Hurny) beispielsweise war im feinsten Padderbörnsch wieder jede Menge Lokalkolorit im Spiel. Egal ob Schützen, der Erzbischof oder die Verwaltung, alle bekamen ihr Fett weg. In Paderborn jage ein Problem das andere, meinten sie. Das Duo machte sich beispielsweise über den Vorschlag lustig, das Paderquellgebiet zum Weltkulturerbe zu machen. "Da gibts dann einen Zaun drumherum und in Richtung Abdinghof sogar eine Mauer, damit man die marode Stadtverwaltung nicht mehr sieht", meinten die Damen.
Nur mit einer Zugabe wurde der erst 14-jährige Felix Lehmann aus Rüthen von der Bühne gelassen. Als "Sid" zog er so ziemlich jeden durch den Kakao. Models hätten zwar hohe Absätze, aber nur kurze Hauptsätze. Und auch über den demographischen Wandel machte er sich so seine Gedanken. Für Senioren hatte er Überraschungseier parat. "In jedem siebten Ei ist ein Hörgerät dabei".
Für eine halbe Stunde stand eine Frau besonders im Rampenlicht. Gabriele Schäfers, Geschäftsführerin der Bauunternehmung Immig wurde der diesjährige Orden "ohne Namen für einen guten Namen"verliehen. Vorjahresordensträger Ian Grant bezeichnete die Unternehmerin als eine zurückhaltende Frau, die in kein Klischee passe. Das Vorstandsmitglied der Liborigilde stehe auch im sozialen Bereich ihren Mann, lobte der britische Verbindungsoffizier.
In ihrer Rede rollte Gabriele Schäfers mit dem Bagger über Marktplatz, Königsplatz und Westernstraße. In Paderborn gibt es halt immer etwas zu tun.
Während der Elferrat in Schlaghosen und Plateau-Absätzen vor allem die Frauen im Publikum begeisterten und auf den Pfaden von Schlagerbarde Dieter Thomas Kuhn wandelte, garnierten die vielen Showtänzerinnen die närrischen Abende mit gekonnten Auftritten und aufwändigen Kostümen. Sie suchten unter sich Deutschlands nächstes Topmodell, luden in den Zirkus ein oder machten die Bühne als Rocker-Bräute unsicher. Die Weweraner Spitzbuben kämpften gar am Nil, während das Kükenballett ganz harmlos als Schlümpfe die Welt eroberte.
Wer noch genügend Ausdauer hatte, durfte bei der anschließenden Party mit der Stage-Band die Nacht zum Tag machen – kostümiert und mit einem "Paderborn Palau" auf den Lippen.