Lichtenau-Atteln. Der Winter hat uns voll im Grill – was kein Nachteil sein muss, sondern der Kreativität Tür und Tor öffnet. Die Attelener nahmen den Dauerfrost zum Anlass, um das Naturbad Altenautal zu ungewohnter Jahreszeit frei zu geben. Obwohl die Saison eigentlich erst im Mai beginnt, strömten am Sonntag zahlreiche Familien zum Wasser. In ihren Rucksäcken allerdings hatten die Besucher statt Sonnencreme und Badehose diesmal warme Hand- und schwere Schlittschuhe.
Eislaufen im Freibad. Diese Idee hatten die Verantwortlichen des Naturbads Altenautal schon vor einigen Jahren. "Nach dem Umbau im Jahr 2005 haben wir schon öfters überlegt, das Freibad auch im Winter zum Schlittschuhlaufen zu öffnen", erklärte der Vereinsvorsitzende Ralf Zumbrock. So sei man auch außerhalb der Saison in den Köpfen der Menschen präsent. Da das Eis in den vergangenen Jahren jedoch nicht dick genug war, konnte die Planung bislang nicht umgesetzt werden. "Die Minus-Temperaturen der letzten Tage waren dann Grund genug, um es noch einmal zu probieren", so Zumbrock.
In der vergangenen Woche wurden mehrfach Eisbohrungen durchgeführt, um die Dicke der Eisschicht zu testen. Das Ergebnis: rund 20 Zentimeter." Das ist stabil genug", so Zumbrock. Um dennoch auf Nummer sicher zu gehen, entschieden sich die Verantwortlichen dafür, nur das rund einen Meter tiefe Nichtschwimmerbecken zu öffnen.
Luis (5) und Tim (6) waren von dem erstmaligen Angebot begeistert. "Ich bin mit meinen Eltern hier und habe erst vorgestern Schlittschuhe bekommen", erzählte Anfänger Luis und setzte sich erst einmal an den Beckenrand. Sein Freund Tim hingegen erwies sich auf dem Eis bereits als alter Hase, drehte flinke Runden. Seine Zwischenbilanz: "Heute bin ich erst einmal hingefallen."
Wem nach einiger Zeit der Magen knurrte, der konnte sich mit heißer Bratwurst sowie leckerem Kaffee und Kuchen aufwärmen. "Am Mittwoch haben wir im Verein spontan die Aufgaben verteilt, um die heutige Aktion auf die Beine zu stellen", so Zumbrock zu den Vorbereitung. Mit Plakaten wurde im Dorf auf die Aktion mit Namen "Fire & Ice" aufmerksam gemacht. Mit Erfolg: Während sich auf dem Eis überwiegend Kinder und Jugendliche tummelten, wärmten sich zahlreiche Eltern mit heißem Glühwein auf.
Während Jannik und Adam eine Partie Eishockey spielen, gekonnt dem schwarzen Puck hinterher jagen, stand der 6-jährige Laurenz prüfend auf dem glatten Grund. Nach einigen kritischen Blicken lautete sein Urteil: "Die Eisschicht ist dick genug." Dann nichts wie los.
Für den Vereinsvorsitzenden Zumbrock war wichtig: "Hauptsache die Familien haben heute richtig viel Spaß gemeinsam."