Gerd Michel und Kirsten Bleimund suchen interessierte Hundebesitzer für den Zughunde-Sport
Kreis Paderborn. Sie scharren mit den Pfoten, bellen in großer Vorfreude und blicken erwartungsvoll ihren Herrchen und Frauchen entgegen: Die vier Zughunde Shakira, Dodi, Pepe und Gonzo sind ein eingespieltes Team, wenn es darum geht, ihre Besitzer auf einem großen Roller, genannt Scooter, durch den Wald bei Bad Wünnenberg zu ziehen.
"Für diesen Sport sollten Hunde schon eine Mindestgröße von 50 Zentimetern haben", sagt Gerd Michel, während er der Leika-Hündin Shakira und dem Husky-Mischling Dodie ein Geschirr anlegt. "Die Rasse ist bei diesem Sport nicht wichtig", so der Musher, wie der Mensch genannt wird, der ein Hundegespann lenkt. Er war Organisator des ersten Dog-Trike-Treffens 2008 und der beiden Zughunde-Events in Lichtenau (die NW berichtete), die künftig alle zwei Jahre stattfinden sollen.
Gemeinsam mit Kirsten Bleimund trifft er sch drei Mal pro Woche zum gemeinsamen Training mit ihren Hunden. Dabei lassen sie sich auf den Rollern oder auf einem Trike - einem leichten, dreirädrigen Zugwagen aus Edelstahl - von ihren Hunden ziehen. "Die Hunde balancieren das Gewicht über das Brustbein aus", erklärt André van der Veen, der für Kristin Bleimund beim Training einspringt, wenn sie einmal keine Zeit hat.
Ungefähr das Drei- bis Vierfache ihres eigenen Gewichts können die Vierbeiner ziehen, ein trainierter Hund läuft damit schon mal um die 50 Kilometer. "Unsere Strecke ist knapp vier Kilometer lang, wir fahren immer zwei Runden", so van der Veen. Ob das eigene Haustier als Zughund geeignet ist, hängt dabei nicht von der Rasse ab. "Es ist wichtig, dass der Hund Spaß daran hat", sagt Michel. "Er muss Vertrauen haben." Gerne hilft er Interessierten dabei, sich mit dem Sport auseinander zu setzen. So auch Matthias Altmiks mit der Golden Retriever-Hündin Frida. Die beiden Männer kennen sich vom Lauftreff Elsen-Wewer, bei dem Hundebesitzer willkommen sind und die Vierbeiner die Laufgruppen begleiten.
Vorsichtig wird Frida ein Geschirr angelegt. "Es ist ganz wichtig, dass es ein Geschirr ist und kein Halsband. Das würde dem Hund die Luft nehmen", erklärt Gerd Michel. "Das ist auch zum Beispiel wichtig, wenn Kinder den Hund zum Inlineskaten mitnehmen. Daran denken viele Eltern leider nicht", fügt er hinzu.
Die ersten Laufversuche funktionieren mit Frida wunderbar. Sie lässt sich dabei zwar von den Zuschauern und anderen Hunden ablenken, akzeptiert aber das Gefährt hinter sich. "30 Kilometer die Stunde kann ein Zweihundegespann schnell werden", so Michel. Mit den passenden Rassen sogar noch schneller.
"Das ist so cool", sind sich Joeanne Schellhorn und Lisa-Marie von der Lippe einig. Die beiden Neunjährigen durften auf den Gespannen mitfahren und den Sport für sich ausprobieren. Mit Oma Anne Ahlmeyer - ebenfalls Mitglied im Lauftreff - kamen sie zum Training und waren hin und weg von diesem besonderen Hundesport.
"Schade, dass man das nur im Winter machen kann", ist Joeanne traurig. Für die Sportart sind maximal 15 Grad Celcius der Richtwert, alles darüber wird den Hunden zu warm. "Das zeigen sie dann auch ganz deutlich und machen einfach nicht mehr mit", erklärt André van der Veen schmunzelnd.
Die beiden Gespanne mitsamt Hunden und ihren Mushers suchen nun weitere Hundefreunde, die den Sport gerne für sich entdecken möchten. Ein eigenes Geschirr oder Sportgeräte müssen sie dafür nicht mitbringen, das stellen Michel und Bleimund zur Verfügung.
Von den Trainingstagen eignet sich der Sonntag um 11 Uhr am besten, um in das Training hinein zu schnuppern. "Am besten einfach vorher kurz anrufen", so Gerd Michel. "Ich bringe alle notwendigen Dinge mit und wir begleiten Hund und Herrchen bei der neuen Sportart." Zu erreichen ist er unter Tel. (05251) 108746.