Paderborn. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. 2012 wird es keinen Wettbewerb zur Neugestaltung des Domplatzes es geben. Einstimmig buchte der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt die dafür reservierten 110.000 Euro bei den Etatberatungen am Dienstag ins Haushaltsjahr 2013 um. Zuvor war ein Antrag gescheitert, den Wettbewerb ein für alle Mal zu streichen. Dafür stimmten allerdings nur die drei Grünen und der Vertreter der Freien Bürger-Initiative.
Technische Beigeordnete Claudia Warnecke appellierte an die Politiker, sich die Möglichkeit eines solchen Wettbewerbs auf jeden Fall offen zu halten. Nur ein solches Verfahren biete die Chance, unterschiedliche und qualitativ hochwertige Vorschläge zur künftigen Gestaltung eines Platzes zu bekommen, der einen besonderen Charakter habe. "Es ist ein sehr prominenter Platz mit einer sehr hohen Ausstrahlung." Und mit einer großen Bedeutung für Anlieger und Nutzer. Im übrigen biete ein solcher Wettbewerb die Möglichkeit, dass sich die Paderborner Öffentlichkeit einbringen könne, wenn es darum gehe, welche Planungsvariante den Zuschlag erhalten soll.
Mit einer einer Verschiebung des Wettbewerbs könne sie sich indes "gut anfreunden", fügte die Baudezernentin hinzu. Das hat damit zu tun, dass Besucher der 2013 anstehenden nächsten großen historischen Ausstellung "Credo" (Kaiserpfalz und Diözesanmuseum) keinesfalls durch Bauarbeiten im Dom-Umfeld gestört werden sollen. 2014 aber werden sich im Auftrag des Stadtentwässerungsbetriebes Kanalbauer durch den Domplatz buddeln. Danach könnte (oder muss) eine Neugestaltung des Platzes in Angriff genommen werden. "2014 kann auf dem Domplatz was passieren", sagte Markus Mertens (CDU). Sein Parteifreund, der Ausschussvorsitzende Ulrich Schröder, glaubt noch nicht an einen Baubeginn 2014. "Dann ist Kommunalwahl. Da passiert auch nichts."
Da der nun erst einmal vertagte Wettbewerb Teil des Handlungskonzeptes Innenstadt ist, regte Daniel Sieveke (CDU) an, mit dem Land als Zuschussgeber abzuklären, "wie weit" der Wettbwerb verschoben werden kann, ohne dass irgendwann ein Zuschuss in Gefahr gerät.
Zu den Befürwortern eines Wettbewerbs zählte Reinhard Borgmeier von der Demokratischen Initiative (DIP): "Wenn wir am Ende in Alternativen denken möchten, macht ein Wettbewerb Sinn." Ganz anderer Meinung die Grüne Vera Esders: Solange die Ratsmehrheit an den Parkplätzen auf dem Domplatz festhalte, sei ein Wettbewerb überflüssig. "Zuerst muss die Parkplatzfrage geklärt werden."