Paderborn. Die SPD zieht mit Jonas Wagener (25) und Nuri Ayaz (39) in den Landtagswahlkampf. Sie wurden gestern Abend von den Delegierten der Ortsvereine im Hotel Aspethera als Direktkandidaten für die Wahlkreise Paderborn (Wagener) und Paderborn-Land (Ayaz) gewählt.
Dabei konnte sich der bisher in der Juso-Hochschulgruppe und unter anderem als AStA-Vorsitzender in Erscheinung getretene Maschinenbau-Student Jonas Wagener erst im zweiten Wahlgang gegen Jakob Wisor (30), ebenfalls bisher vor allem in der Juso-Hochschulgruppe aufgefallen, durchsetzen. Nachdem er im ersten Wahlgang 18 von 36 Stimmen und damit nur genau 50 Prozent der Delegierten-Stimmen (bei 9 für Wisor und 9 Enthaltungen) erhalten hatte, reichte ihm im zweiten Wahlgang die relative Mehrheit von 17 Stimmen (bei 11 für Wisor und 7 Enthaltungen).
Das Votum der 55 Delegierten aus den Ortsvereinen im Kreis fiel eindeutiger aus: Nuri Ayaz, seit 14 Jahren SPD-Mitglied und Mitglied im Kreisvorstand, erhielt 50 Ja-Stimmen; gegen ihn votierten nur zwei Delegierte. Der gebürtige Assyrer aus der Türkei, Mitglied der syrisch-orthodoxen Kirche, bekannte sich zu seiner Kandidatur "gerade jetzt", weil er die schlechten Ergebnisse der jüngsten Vergangenheit als Chance und Herausforderung begreife. Er schloss mit dem Appell: "Euer Vertrauen ist mein Auftrag."
Ayaz wie auch Wagener wollen sozialdemokratische Bildungspolitik im Wahlkampf nach vorne stellen; Ayaz zusätzlich – nicht zuletzt auf Grund seiner Herkunft – die Integrationspolitik und Wagener die Finanzpolitik. Der für die Kandidatur in Paderborn unterlegene Jakob Wisor hatte sich in seinem Referat als ein vor allem durch die Einführung von Studiengebühren motivierter Sozialdemokrat empfohlen, der dafür eintreten wolle, das Recht auf Bildung in die Verfassung aufzunehmen. Allerdings brach er seine Rede nach gut 20 Minuten ab, als Unruhe im Saal aufkam.