Paderborn. Wenn irgendwo neue Windräder montiert, Autobahnbrücken gebaut oder riesige Mähdrescher verschifft werden, dann sind sie gefragt: Die Spezialisten von Universal Transporte Michels. Erst Anfang Februar sorgte man in Paderborns Nachbarstadt Bielefeld für Aufsehen mit dem Abtransport zweier havarierter Straßenbahnen auf Schwerlasttransportern zur Reparatur nach Aachen.
Das über 50 Jahre alte Unternehmen mit Hauptsitz in Paderborn hat sich als Gruppe in den letzten zehn Jahren zu einem der Branchenführer in Deutschland entwickelt. Unter dem Namen Universal Transport gibt es inzwischen 15 Niederlassungen, davon zehn in Deutschland sowie zusätzlich weltweit neun Vetriebsbüros. Nach eigenen Angaben kamen im vergangenen Jahr ein Vertriebsbüro im polnischen Katowice sowie zwei in der Ukraine (Odessa und Ternopil) hinzu. Der Jahresumsatz der Gruppe stieg von 81 Millionen im Jahr 2008 auf 86 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter verharrte nach eigenen Angaben bei 400, davon zehn in Paderborn. Sogar in Australien und Venezuela ist man vertreten – mit einem immer größer werdenen Leistungsspektrum, was die komplette, Grenzen überschreitende Abwicklung von Speditionsaufträgen beinhaltet.
600 Windräder ans Schwarze Meer gefahren
Vertriebsleiter Holger Dechant: "Besonders viel zu tun gab es im letzten Jahr mit den Transporten für 600 neue Windkraftanlagen an der rumänischen Schwarzmeerküste sowie an der Ostseeküste in Polen." Sich als Schwergut-Transporteur der Gruppe anzuschließen, sei nach wie vor attraktiv, weil so zentrale Dienstleistungen gebündelt werden könnten, so Dechant. Für große Auftraggeber ergebe sich somit eine insgesamt höhere Projektsicherheit – was bei der Auftragsvergabe durchaus eine wichtige Rolle spiele. Ausgebaut werden soll das Unternehmensnetz strategisch nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in Rumänien, Polen und in der Ukraine.
Dabei hat die Rezession die Schwergut-Branche im vergangenen Jahr noch nicht so gebeutelt wie andere. Verantwortlich dafür seien, so Branchenexperten, die langen Vorlaufzeiten von Großprojekten wie dem Bau von Industrie- und Windkraftanlagen. Entsprechend wird für 2010 mit einer Delle gerechnet. Holger Dechant: "Bisher sind wir gut durch die Zeit gekommen. Aber wir stehen schließlich auf mehreren Beinen: Da ist die klassische Bauwirtschaft wie etwa die Transporte für die Paderborner Bremer AG, da ist ferner der Bau von Windkraftanlagen, der Transport von großen Maschinen wie Panzern oder Landmaschinen und dann der Bereich Schienentechnik. Wenn das Geschäft in einem Bereich lahmt, können wir es mit den anderen aber doch stabil halten."