Schloß Holte-Stukenbrock. Für Achim Schlangenotto benutzt ein Unternehmen eine öffentliche Straße als Betriebsgelände. "Das ist eine Dreistigkeit", erklärt der Anlieger des Theodor-Storm-Wegs. Dass die Straße Am Bahndamm auch künftig nicht nur für Stunden, sondern mehrere Tage von Lastwagen halb blockiert wird, deren Fahrer auf die Abfertigung beim Logistiker und Dienstleister B+S GmbH warten, sei absolut nicht hinnehmbar, schimpft Nachbar Lothar Wolf, fordert auch Gegenmaßnahmen von der Stadt und denkt an rechtliche Schritte.
Im Theodor-Storm-Weg und den Nachbarstraßen hat sich helle Empörung eingestellt, nachdem es speziell am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche ein Glückspiel war, die Oerlinghauser Straße ohne Probleme zu erreichen beziehungsweise die Gegenrichtung zu meistern. "Entweder hatte man Glück oder man saß drin", schildert Doris Wolf. "Man musste schon den richtigen Moment abpassen", berichtet Stephan Voßhans. Ein kleines Kunststück, wenn ein Dutzend Lastzüge die halbe Straße einnehmen, die Fahrbahnverengungen sowie Schnee und Eis die Sache nicht einfacher machen. "Mit einem Auto ging das ja noch, sagt Voßhans und teilt die Sorge von Schlangenotto und den Wolfs, dass eines Tages Feuerwehr und Rettungsdienste ebenso steckenbleiben wie schon ein paar Anrainer. Auch die Schulkinder seien gefährdet.
Edmund Hürland, Verwalter der Windmöller-Immobilie, die neben B+S die Regenersis GmbH beherbergt, spricht von einer absoluten Ausnahmesituation – neben besonders hohem Warenumschlag wesentlich bedingt durch die winterlichen Verhältnisse und mangelnden Parkraum für Lkw auch an der Autobahn. Eine Wiederholung werde es nicht zuletzt wegen der Erfahrungen aus den vergangenen Tagen nicht geben, versichert der Stukenbrocker Architekt. An ihn wurde die NW-Redaktion vom Leiter der zuständigen B+S-Filiale Augustdorf verwiesen, der selbst nicht Stellung beziehen mochte.
Das von Anrainern geforderte sofortige Halteverbot für Lastwagen auf der Straße Am Bahndamm ist für Ordnungsamtsleiter Ferdi Lakämper keine Lösung. Auch die Polizei möchte keine Knöllchen verteilen und damit die Fahrer treffen, will aber künftig sehr darauf achten, dass Feuerwehr und Rettungsdienste freie Fahrt haben. Auf Dauer nicht zu akzeptieren, so Lakämper, sei es, die Lastwagen auf der Umfahrung des einstigen Komplexes der Parker-Logistiksparte warten zu lassen, wie am Donnerstag und Freitag praktiziert wurde, um die Situation zu entspannen. "Die Umfahrung ist für die Feuerwehr."
Der Ordnungsamtsleiter, der erst seit ein paar Tagen weiß, dass vor einem halben Jahr wieder ein Logistiker in die Windmöller-Immobilie eingezogen ist, kann sich vorstellen, dass deren Nutzung durch B+S von der Stadt baurechtlich neu bewertet wird – vor allem im Blick auf das Verkehrsaufkommen. Edmund Hürland sieht dazu keinen Anlass. Er verweist auf das Schallschutzgutachten aus 2003 für die Nutzung durch die Parker-Logistik. Das dort verankerte Verkehrsaufkommen werde von beiden Unternehmen, Regenersis und B+S, nicht überschritten. "Das gilt selbst für Spitzentage", erklärt Hürland.
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