Schloß Holte-Stukenbrock. "In den letzten Tagen des Jahres wurde es dann noch bitterkalt mit bis zu minus 17,1 Grad und reichlich Schnee." Diese Passage stammt aus dem Vorwort der Stadtchronik 2009. Ähnliche Formulierungen dürften sich auch auf der ersten Seite der Chronik 2010 finden. Es gab bekanntlich Schnee bis in den März hinein. Und seit November regiert Väterchen Frost schon wieder.
Der Winter wird also wieder ein Schwerpunkt einer neuen Ausgabe der Jahreschronik Schloß Holte-Stukenbrocks sein, auch wenn Stadtchronist Manfred Büngener derzeit noch einmal seine Aufzeichnungen nachliest und weitere Überlegungen anstellt, wo er Akzente setzen möchte und sollte. Ende dieser Woche, so ist es geplant, will der frühere Hauptschul-Rektor seine Arbeit abgeschlossen haben, spätestens Ende Januar soll die Chronik gedruckt sein.
Computermuffel geheilt
Manfred Büngener sieht die heutige Generation in der Pflicht, die Ereignisse ihrer Zeit für die nachfolgende Generation festzuhalten. Sie soll wissen, was die Menschen vor ihnen zu ihrem Handeln bewogen hat. Sie soll daraus für ihre Entscheidungen lernen. Dafür sitzt Büngener in Schnitt pro Tag zwei Stunden am Computer, mit dem er sich während seiner Dienstzeit nicht mehr vertraut machen musste. Erst wurden seine handschriftlichen Chronik-Beiträge noch in der Verwaltung in den Rechner eingeben, doch dann besuchte Manfred Büngener eine Volkshochschul-Kursus und ein Intensiv-Seminar. Um festzustellen, dass die Arbeit mit einem Computer durchaus auch Spaß machen kann. Wetterdaten sind für Büngener übrigens auch Chronistenpflicht. Und daher unterhält er in seinem Garten eine kleine Wetterstation. Ihre Werte gleicht er mit den Daten ab, die die Meteomedia-Station an der Realschule liefert.
Wieder in einer nur beschränkten Auflage mit Exemplaren unter anderem fürs Rathaus und das Heimathaus. Falls in der Bürgerschaft Interesse besteht, auch Büngeners Aufzeichnungen zu besitzen, ist die Verwaltung Ansprechpartner. Man wendet sich am besten an Stadtarchivarin Anja Martin.
Bevor Manfred Büngener sich an der Computer gesetzt hat, um der Chronik 2010 den letzten Schliff zu verpassen, war schon klar, dass selbstverständlich das große Emsfest zum 40-Jährigen der Kommune den ihm gebührenden Raum bekommt. Manfred Büngener möchte aber auch den Kulturkreis Schloß Holte-Stukenbrock und sein 25-jähriges Bestehen besonders würdigen. "Es ist eine großartige Leistung, wie der Kulturkreis trotz vieler Widerstände durchgehalten hat."
Größer herausstellen will der frühere Schulleiter auch die Stalag-Dokumentationsstätte. Sie habe im vergangenen Jahr endlich den Stellenwert erlangt, der ihr zustehe. In der Einrichtung besitze die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal. Jetzt gebe bestünde auch Hoffnung auf eine Förderung durch die EU. Außerdem möchte Büngener herausstellen, wie bemerkenswert gut nach wie vor das ehrenamtliche Engagement für Verbände und Vereine in Schloß Holte-Stukenbrock ist.
Der frühere Schulleiter schreibt auf Beschluss des damaligen Kulturausschuss seit dem Jahr 2000 eine Stadtchronik. Quellen sind unter anderem die Lokalzeitungen, die kirchlichen Nachrichten und Pfarrbriefe sowie der Terminplaner des Bürgermeisters, den Hubert Erichlandwehr mit einigen Notizen zu einer Art Tagebuch werden lässt. Manfred Büngener zeichnet dazu eigene Beobachtungen und Erlebnisse auf. Er ist stets Gast aller Veranstaltungen der Stadt wie beispielsweise der Unternehmertag oder der Neujahrsempfang.