Schloß Holte-Stukenbrock. Ein gutes Dutzend der alten Holzbaracken sind schon gefallen, es gibt eine neue Zufahrtstraße vom Emsweg zum ebenfalls neuen Parkareal mit mehr als 200 Plätzen. Doch den Eindruck einer Großbaustelle, von der man auch in Düsseldorf spricht, hat das Polizeiausbildungsinstitut in Stukenbrock-Senne bisher nicht gemacht.
Das hat sich jetzt geändert. Schnee und Kälte haben - abgesehen von der sogenannten Zeit zwischen den Jahren sowie ein paar Tagen Anfang Januar - keine Probleme gemacht, berichtet Reinhold Peter, stellvertretender Leiter der Bielefelder Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes (BLB NRW). Zwischen den weithin sichtbaren Riesenbaukränen sind die Pfeiler für das fast 100 Meter lange und rund 30 Meter breite Werkstatt- und Lagergebäude in den Himmel geschossen.
Schräg gegenüber wird auch dort Beton gegossen, wo früher das alte Kino stand. Gearbeitet wird am Fundament für das neue Wirtschaftsgebäude, etwa um ein Drittel kleiner als Werkstatt und Lager. In diesem Bau sollen eine moderne Küche, Kantine und Zentralverwaltung ihren Platz finden. Im Moment liegen Küche und Kantine weitab vom Schuss in der östlichen Ecke des Schulgeländes.
Wer sich in diese Richtung bewegt, trifft erneut auf Baumaschinen und Bauarbeiter. Denn auch am Fundament für das künftige Multifunktionsgebäude wird gearbeitet. In ihm werden angehende Polizisten lernen, diverse Einsatzsituationen zu meistern. In einer Kulisse, die ein bisschen von einem Filmstudio hat. Für fiktive Einsätze wird es beispielsweise Wohnungen und eine Gaststätte geben.
Bisher noch nicht in Angriff genommen wurde der Bau des dreibahnigen Raumschießstandes. Diese Bezeichnung steht für eine geschlossene Anlage, aus der kein Knall nach außen dringt. Er soll in der Nachbarschaft der beiden offenen Schießbahnen am Rand des Geländes entstehen und wird auch im Mai des kommenden Jahres fertig sein, wie Daniel Richter, Mitarbeiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs, versichert. "Wir liegen bisher gut in der Zeit."
Zum Abschluss der 30-Millionen-Maßnahme wird Richter die Bagger noch einmal losschicken, um die letzten Unterkunftsbaracken einreißen zu lassen, die wegen der jetzt getrennten Polizeiausbildung - Theorie in der Fachhochschule, Praxis im Ausbildungsinstitut - nicht mehr benötigt werden. Im Moment rollen sie in der Nähe des nach dem früheren Polizeischulleiter benannten Wenger-Haus, einst der Treffpunkt der offiziellen Veranstaltungen des Instituts. Es ist zusammen mit vier Nachbargebäuden abgerissen worden.
Hier wird die Trasse der Straße planiert, die zum Regionalen Trainingszentrum (RTZ) führt, das das Land für weitere 10 Millionen Euro für die sieben Kreispolizeibehörden Ostwestfalens baut. Für ihre Beamten werden hier zum Üben diverse Einsatzsituationen nachgestellt, für sie gehört zum RTZ auch eine dreibahnige Raumschießanlage. Bestandteil des Zentrums ist dazu eine Halle, durch die selbst Lastwagen hindurchfahren können. In ihre lassen sich unter anderem Anhaltetechniken trainieren.
Vom früheren Kriegsgefangenenlager Stalag 326 und vom späteren Sozialwerk Stukenbrock werden nach dem Mai 2012 nur noch die einstige Arrestzelle (heute Dokumentationstätte). die Entlausungsstation (noch Werkstattgebäude) und das kleine Lagerkirchlein künden. Diese drei Gebäude wurden unter Denkmalschutz gestellt.