Schloß Holte-Stukenbrock. Patrick Miles hat einen besonderen Traum, dem er jetzt ein Stück näher gekommen ist. Er möchte Politiker werden. Der 20-jährige träumt nicht von einem Treffen mit berühmten Hollywood-Stars, sondern von intensiven Diskussionsrunden mit den Politikern.
Deshalb ist der Politikwissenschaft Student im vergangenen Monat in Berlin gewesen und hat dort ein Praktikum bei dem Bundestagsabgeordneten Dr. Carsten Linnemann (CDU) gemacht. "Ich wollte durch dieses Praktikum in den Beruf des Politikers reinschnuppern und genauere Einblicke bekommen", erklärt Miles. Er habe sich schon eineinhalb Jahre zuvor bei Linnemann beworben. "Man bewirbt sich eigentlich immer bei dem Abgeordneten seines Kreises, aber ich bin schon zuvor bei Reden und Veranstaltungen von Carsten Linnemann gewesen und so war es für mich selbstverständlich, mein Praktikum bei ihm zu absolvieren." Miles sieht politische Vorkenntnisse jedoch nicht unbedingt als notwendig an, auch wenn sie von Vorteil sind. "Politisches Interesse ist dabei sehr viel wichtiger."
Der 20-jährige habe sich vom ersten Tag an sehr gut mit Linnemann und seinem Team verstanden und hatte wichtige Aufgaben zu erledigen. "Ich habe viel recherchiert und Notizen bei den Ausschusssitzungen gemacht. Ansonsten war mein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Teilweise hatte ich sogar Zwölf-Stunden-Tage", berichtet Miles. Außerdem war der Student oft bei Führungen durch den Bundestag mithelfen. Darunter war eine Gruppe aus Russland, die vor ihrem Besuch in Berlin den sowjetischen Ehrenfriedhof in Stukenbrock besucht hatte. Miles konnte dabei sein Wissen aus der Hauptstadt- und der Schloß Holte-Stukenbrocker Politik anbringen.
"Carsten Linnemanns Büro liegt direkt am Brandenburger Tor, was an sich schon für eine tolle Arbeitsatmosphäre sorgt und da in diesem Büro nur noch drei andere Personen arbeiten, herrscht ein sehr familiärer Umgang. Ich hatte sogar einen eigenen Schreibtisch mit Telefon und Computer. Da ich so die Möglichkeiten hatte eine Menge für Herrn Linnemann zu tun, konnten wir beide nur gewinnen. Er hatte weniger Arbeit und ich konnte sehr viel lernen", erzählt der Student weiter.
Auch beim Meinungsaustausch sei der heimische Abgeordnete sehr umgänglich gewesen und Miles habe seine Meinung immer frei sagen können. Der Praktikant erlebte die intensiven Diskussionen über den Euro-Rettungsschirm und konnte sich selbst ein genaues Bild über dieses Thema machen. "Es ist wirklich beeindruckend, eine der größten Abstimmungen der letzten Jahre live zu erleben. Für mich ist Demokratie Meinungsaustausch, und wenn die Abgeordneten in ihrer Thematik vertieft sind, gibt es nichts besseres, als die unterschiedlichen Meinungen zu übermitteln", sagt er. Neben all diesen Terminen hat Miles auch Freizeit gehabt, um die Hauptstadt zu erkunden: "Berlin ist einfach wunderschön."
Miles: "Ich weiß jetzt ganz genau, dass ich später als Politiker arbeiten möchte. Ich muss noch ein Praktikum machen und werde dafür versuchen, einen Platz im Europaparlament zu bekommen. Vielleicht ist es da nützlich, dass ich Elmar Brok, den Abgeordneten unseres Kreises im Europaparlament, kennen gelernt habe", hofft er.