Schloß Holte-Stukenbrock. Noch 18 Tage, die Samstag mitgezählt, dann soll die neue Heimstatt der Synaxon AG bezugsfertig sein. Dem Laien kommen Zweifel angesichts des Bauschutts, der fehlenden Treppengeländer und der großen Kabelrollen, die überall herumliegen. Doch Andreas Wenninger, Mitglied des Vorstands bei Synaxon, ist ganz gelassen. "Der Architekt hat zugesichert, dass der Termin gehalten wird."
Er freut sich auf die neue Zentrale. "Wir verbessern uns allein in der Fläche um 1.650 Quadratmeter. Hier stehen uns 2.700 Quadratmeter zur Verfügung - und endlich gibt es genug Parkplätze", sagt Wenninger. Der bisherige Unternehmensstandort an der Eckendorfer Straße in Bielefeld ist schon lange zu klein. Bereits seit einigen Jahren suchen die drei Vorstandsmitglieder Frank Roebers als Vorsitzender, Andreas Wenninger und Mark Schröder nach einer passenden Immobilie.
Die Lösung brachte der Unternehmer Bruno Fortmeier, der 75 Prozent der Stimmrechte der Aktiengesellschaft hält. Er schlug die obere Etage des ehemaligen Balke-Gebäudes an der Falkenstraße vor. "Uns gefiel der Standort gut", sagt Wenninger. Die Anbindung zur Autobahn sei ideal und der Unterschied bei der Gewerbesteuer auch nicht zu verachten. Während in Bielefeld ein Hebesatz von 435 Prozentpunkten erhoben wird, zahlen die Unternehmen in Schloß Holte-Stukenbrock 355 Prozentpunkte. Kämmerer Bruno Schröder sagt zum Wechsel des Unternehmens nach Schloß Holte-Stukenbrock: "Wir freuen uns, dass die Firma kommt, aber mehr können wir nicht dazu sagen. Die Höhe der Gewerbesteuer richtet sich nach dem Gewinn vor Steuern."
Die Ausgestaltung des Gebäudes war eine Herausforderung, der sich hauptsächlich Andreas Wenninger stellte. "Das ist jetzt mein viertes Bauprojekt, drei gewerbliche, ein privates, und ich muss sagen, dass diese Baustelle am besten läuft - bisher jedenfalls." Die Etage wurde zunächst fast komplett entkernt. Offenheit soll vorherrschen, viel Glas kommt zum Einsatz, die Hauptfarben sind weiß und ein sehr helles grau. Farbtupfer werden als Akzente sparsam eingesetzt.
Eigentlich war die neue Unternehmenszentrale auf Zuwachs ausgelegt. "Wir sind von 130 Mitarbeitern ausgegangen und haben hier 154 Arbeitsplätze eingerichtet", erklärt Wenninger. "Doch wenn wir am 7. November hier mit einem großen gemeinsamen Frühstück die Arbeit aufnehmen, sind bereits alle Plätze belegt." Umso wichtiger ist es für Wenninger, dass das Gebäude noch Erweiterungspotential bietet.
Auch wenn zahlreiche Mitarbeiter in einem großen Raum tätig sind, wird es keine Großraumbüros im Stil der 80er Jahre geben. "Wir haben großen Wert auf Schallschutz gelegt. Auch zwischen den Schreibtischen wird es eine schallisolierende Wand von 35 Zentimeter Höhe geben. Vieles ist in Absprache mit den Mitarbeitern entstanden", sagt Wenninger, der auch gern von Arbeitsinseln spricht.
Ein weiteres Highlight ist die Orangerie in unmittelbarer Nachbarschaft zum Empfang. Dort wird es eine Lounge-Ecke geben, eine Cafeteria und ein Kaminzimmer mit virtuellem Feuer. Und weil der Synaxon-Vorstand festgestellt hat, dass viele Mitarbeiter ein Fitnessstudio besuchen. "Das bieten wir jetzt auch im Unternehmen an. Es kann sieben Tage die Woche, 24 Stunden kostenlos genutzt werden", sagt Wenninger.