Schloß Holte-Stukenbrock. In wenigen Wochen steht die Frühjahrssaat für das Sommergetreide und die Leguminosen (z.B. Erbsen, Bohnen, Wicken) an. Die Landwirte fürchten dann, dass Tauben das frisch spießende Grün fressen und so Schäden verursachen.
Die Untere Jagdbehörde der Kreises Gütersloh hat die Jägerschaft des Kreises Gütersloh deshalb zur verstärkten Bejagung der Ringeltaube an drei Samstagen im Januar und Februar aufgerufen. Innerhalb der in den meisten Bundesländern gültigen Jagdzeiten für die Ringeltaube vom 1. November bis 20. Februar soll die Jagd auf die in großen Schwärmen auftretenden Ringeltauben möglichst großräumig und flächendeckend am 21. Januar sowie 4. und 18. Februar ausgeübt werden. Damit die Jagd erfolgreich ist, empfehlen Wolfgang Schwentker und Manuel Bünte von der Unteren Jagdbehörde den Jägern, die Bejagung an den drei Samstagen möglichst in vielen Jagdbezirken zur gleichen Zeit durchzuführen.
Die Wildtaubenpopulation in Nordrhein-Westfalen hält sich seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau. Das spürt man vor allem in den Städten des Landes, wo sich die Wildtauben verstärkt ihre Einzugsgebiete suchen. Laut Dieter Schönknecht, Presseobmann der Kreisjägerschaft Gütersloh: "Im Jagdjahr 2010/11 lag die Gesamtstrecke der Ringeltauben in NRW bei ca. 527.000 Stück. Betrachtet man die Gesamtstrecke der Ringeltauben in Deutschland von 811.000 Stück dann fällt auf, dass fast 65 Prozent des Streckenanteils davon bei uns in NRW anfallen. Ein weiterer Hinweis, dass die Ringeltaubenpopulation in NRW besonders groß ist. Bei uns im Kreis Gütersloh kamen im Jagdjahr 2010/11 ca.18.000 Ringeltauben zur Strecke. Ein Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr." Diese niedrige Zahl im Vergleich zur Vorjahresstrecke habe im Wesentlichen an der konsequenten Bejagung der Tauben gelegen.
Diese Aussage unterstützt Ralf Reckmeyer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Gütersloh. "Die Jägerschaft im Kreis Gütersloh ist Partner der Landwirtschaft. Die Sorgen um Wildschäden auf den landwirtschaftlichen Flächen teilen wir gemeinsam mit der Unteren Jagdbehörde des Kreises und unterstützen deshalb ihren Aufruf zur verstärkten Bejagung der Ringeltauben". Reckmeyer bittet alle Revierinhaber und -pächter im Kreis, der verstärkten Bejagung der Ringeltauben an den genannten Samstagen nachzukommen.