Informationsveranstaltung in der Lisa-Tetzner-Schule zum Thema "Schule - Ausbildung - Beruf"
Schloß Holte-Stukenbrock. Die meisten Schülerinnen wollen Frisörin werden, die meisten Schüler Mechatroniker. Das ist die Erfahrung der Berufsberater der Arbeitsagentur, aber auch der Lehrer, Pädagogen und Mitarbeiter von Einrichtungen, die Jugendlichen auf die Sprünge helfen wollen, wenn es darum geht, sich für einen Beruf zu entscheiden. Und da gibt es jede Menge Alternativen zur Frisörin und zum Mechatroniker. Einige waren gestern Abend in der Lisa-Tetzner-Schule Thema.
Das Bildungsbüro des Kreises Gütersloh hatte zusammen mit der Schule, der Stadt und der Arbeitsagentur zu einer Veranstaltung eingeladen, die sich zwar mit der beruflichen Zukunft der heute Acht- bis Zehntklässler befasste, sich aber auch ausdrücklich an die Eltern der jungen Frauen und Männer richtete. Der Grund: Auch die Eltern wüssten oft nicht, welche Berufe mehr Chancen bieten, und kennen kaum neue Ausbildungsbereiche.
Es seien aber nun mal die Eltern, die ihre Kinder am besten kennen und ihnen – anhand ihrer Fähigkeiten oder Stärken – einen anderen Beruf als den gewünschten näher bringen könnten, erklärte Nicole Rekersdres von der Agentur für Arbeit. Oft wüssten die Eltern allerdings noch nicht einmal, dass ihre Kinder bereits an Informationsterminen oder -gesprächen teilgenommen haben. "Ich bin einmal im Monat hier", sagt Nicole Rekersdres. Optimal wäre es aus ihrer Sicht, wenn die Eltern mal bei einem Beratungsgespräch dabei sind.
Ihr Kollege Volker Brathun nennt die Bereiche, in denen es noch immer freie Ausbildungsplätze gibt: bei Industrie- und Speditionskaufleuten, im Bankgewerbe, als Dreher, Fräser, in den Pflegeberufen und – ganz aktuell "als Rohrleitungsbauer – der Betrieb sucht händeringend". Ende des Jahres hatten noch 203 Jugendliche im Arbeitsagenturbezirk Bielefeld keinen Ausbildungsplatz gefunden, es gab noch 145 freie Stellen. Die Tendenz gehe dahin, dass sich in den kommenden Jahren die Schere weiter schließe.
Bei einem "Markt der Möglichkeiten" konnten sich die Eltern und Jugendlichen gestern an verschiedenen Informationsständen über die Wege in den Beruf informieren. Zuvor referierten Zeycan Yesilkaya vom Bildungsbüro des Kreise Gütersloh zum Thema Bildungsübergänge sowie Nicole Rekersdres und Volker Brathun von der Arbeitsagentur über Arbeitsplätze und Berufsaussichten.