Warburg. An der J. D. Falk-Schule hat es eine Veranstaltung der besonderen Art gegeben: die 24 Schüler und Schülerinnen der Klasse 4d trafen sich nachmittags zu einer "Lesenacht" in ihrem Klassenraum. Um so den Abschluss des ersten Schulhalbjahres zu feiern und eine neue Klassenlektüre zu beginnen, mussten jedoch einige Vorbereitungen getroffen werden. Zuerst einmal wurde der Klassenraum gemütlich umgestaltet – Tische und Stühle wurden verrückt und kleine Ecken und "Höhlen" entstanden, in denen die Kinder es sich gemütlich machten. Eine Vielzahl von Schlafgelegenheiten wurden dabei mit Hilfe der Eltern herbei geschafft: Isomatten und Polster, Campingbetten und Luftmatratzen. Schon bald verwandelte sich der Schulraum in ein mittleres Beduinenlager.
Wann kommt denn die Pizza?
Mit den Vorbereitungen stieg auch die Aufregung, so dass es sinnvoll war, sich erst mal auch auf dem Schulhof auszutoben und das Schulgelände im Halbdunkel zu erkunden.
Kurz nach Sechs wurden dann immer mehr Stimmen laut: "Wann kommt die Pizza?"
Netterweise hatte der Vater einer Schülerin extra seinen "Pizza-Express" geöffnet, um die hungrigen Mäulchen zu versorgen. Um 19 Uhr war es dann soweit und vier duftende große Pizzaräder fanden begeisterten Anklang. "Mmmmh – lecker !" , hieß es aus aller Munde.
Anschließend ging es noch einmal auf den Schulhof: 20 Taschenlampen blitzten durch die Nacht, und mit viel Gekicher und Gekreische wurde "versteckt und erschreckt". Ein leichter Nieselregen beendete leider das Vergnügen.
"Die Konferenz der Tiere"
Mit der "Nacht" begann nun auch das "Lesen". Alle kuschelten sich in ihren Schlafsäcken und unter ihren Decken zurecht und das Schmökern in Büchern begann. Sehr still wurde es auch, als Klassenlehrerin Katja Leszinski die mit Spannung erwartete Klassenlektüre "Die Konferenz der Tiere" von Erich Kästner verteilte.
Mit der Zeit wurden die Augen jedoch immer schwerer.
Damit alle Kinder in der ungewohnten Situation in den Schlaf fanden, wurde das Licht auf eine kleine Handlampe beschränkt und die Klassenlehrerin las aus dem Vorlesebuch der Klasse, dem "Kleinen Ritter Trenk".
Viele Kinder reisten auch schnell ab ins Traumland – für einige war jedoch an Schlaf nicht zu denken: die ungewohnten "Betten" und die Geräusche der vielen Menschen im Raum ließen sie nicht zur Ruhe kommen. Aber sie störten niemanden, der schon schlief.
"Das war voll cool!"
Und irgendwann schlummerten dann alle. Nur die Lehrerin kam in der Nacht mehrmals in den Genuss, plötzlich alle schlafenden Kinder im grellen Neonlicht zu sehen – immer dann, wenn der Bewegungsmelder der ultramodernen Beleuchtung mal wieder ansprang.
Und am anderen Tag, nach sechs bis sieben mehr oder weniger unbequemen Stunden Schlaf im Klassenzimmer? Nur leuchtende Augen: "Das war voll cool!"
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