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25.06.2009
Jeder Stein erzählt aus der Geschichte
Landschaftsverband Westfalen-Lippe feiert Unterschutzstellung von über 400 historischen Grenzsteinen
VON MARIO GERWIG

Der Wald gehört schon zu Hessen | FOTO: MARIO GERWIG

Manrode. Die ältesten stehen seit mehr als 250 Jahren: Ehrenamtliche Helfer haben entlang der Grenze des Paderborner Hochstifts in den vergangenen Jahren über 400 Grenzsteine aufgespürt und kartiert. Die Steine und ihre Geschichte standen gestern in Manrode bei einer Veranstaltung des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Mittelpunkt.

Ursprünglich markierten die Steine die Grenze zwischen dem Fürstbistum Paderborn und der Landgrafschaft Hessen-Kassel, heute stehen sie auf der Grenzlinie der Region Hochstift. "Die ältesten Steine wurden vom Erzbistum 1754 zu Zeiten des Bischofs Clemens August gesetzt, wie das Wappen und die Initialen des Landesherrn "C.A.B.z.P." dokumentieren", erläutert Annegret Herden-Hubertus, wissenschaftliche Referentin am LWL-Amt für Denkmalpflege in Münster.

Die Initiative zur vollständigen Erfassung und Unterschutzstellung der Grenzsteine des ehemaligen bischöflichen Hochstifts war von ostwestfälischen Heimatpflegern ausgegangen. "Sie haben seit Jahren unermüdlich die Kleinobjekte gesucht, gefunden, kartiert, fotografiert, vermessen, beschrieben und so eine wichtige Grundlage zur Eintragung in die Denkmallisten geschaffen", betonte Annegret Herden-Hubertus. Vor allem Franz-Josef Tewes vom Eggegebirgsverein habe dazu wichtige Beiträge geliefert: "Er koordinierte und motivierte die zahlreichen Helfer ungemein", lobte Herden-Hubertus.

Durch diese oftmals mühselige Arbeit - von den meisten Grenzsteinen war bisher nur die ungefähre Lage bekannt, so dass das Auffinden der Markierungen oft in eine ausgiebige Suche in unwegsamen Gelände ausartete - konnten alle gefundenen Steine nun unter Denkmalschutz gestellt werden.

Die Grenzmarkierungen waren, ebenso wie das Territorium und die dort lebenden Menschen, einer wechselvollen Geschichte ausgesetzt: 1778 wurden für zahlreiche im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) zerstörte Markierungen Ersatzgrenzsteine gesetzt, die preußische Zeit hinterließ wiederum aus verschiedenen Setzungskampagnen entsprechende steinerne Dokumente. Heute gehören die Grenzsteine des Hochstifts Paderborn dem Land Nordrhein-Westfalen. Für ihre Erhaltung und Pflege ist die Bezirksregierung in Detmold zuständig.

Diese wechselvolle Geschichte der Grenzsteine stand gestern auf der Veranstaltung des LWL in der Schutzhütte der Schützenbruderschaft in Manrode neben den Markierungen selbst im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den vielen ehrenamtlichen Helfern, die in jahrelanger Arbeit die Steine aufgenommen hatten, feierte der Landschaftsverband die Unterschutzstellung der Grenzmarkierungen.

Konrad Waldeyer informierte dabei über "Die historischen Grenzsteine des Hochstifts Paderborn", der LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes, betonte in seinem Vortrag "Heimat hat Zukunft" die Perspektiven der ländlichen Region und der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt sprach über "Grenzen im weltlichen und kirchlichen Sinn".

Zum Abschluss der Veranstaltung stieß Jagdhornbläser Hubertus Wiegard kräftig in sein Horn: Das war der Startschuss für den sich anschließenden Schnatgang entlang der Grenze bei Manrode und vorbei an historischen, bis zu 250 Jahre alten Grenzmarkierungen.


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