Warburg (scho/das). Ein offenbar psychisch labiler Mann aus Warburg hat Montagabend einen Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei ausgelöst. Eine Sondereinheit aus Dortmund rückte in Kampfmontur sowie einem Polizeihund an. Zum Einsatz kam zunächst eine psychologisch geschulte Verhandlungsgruppe, die mit einem Hubschrauber aus Düsseldorf eingeflogen worden war.
Der 38-jährige alleinstehende Warburger, der bei seinen Eltern in der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße wohnt, hatte nach Auskunft der Polizei im Verlauf des Tages "auf seiner Arbeitsstelle Ärger gehabt". Zu Hause soll er sich am Nachmittag über ein falsch geparktes Auto aufgeregt haben, bevor die Situation eskalierte.
Nach einem Telefonat seiner Mutter mit der befreundeten Nachbarin, hatte der 38-Jährige zu einem Kampfmesser gegriffen und versucht, in die Wohnung der Nachbarin einzudringen. "Er ist aus einem uns unersichtlichem Grund schlichtweg ausgerastet", sagte Polizeisprecher Peter Schneider. Nach dem versuchten Angriff rief die Nachbarin gegen 16.10 Uhr die Polizei, der Täter war in das elterliche Haus zurückgekehrt. Die Warburger Beamten alarmierten aufgrund der Lage vorsorglich das SEK. "Es handelt sich nicht um eine Geiselnahme", so Schneider Montagabend gegenüber NW. "Wir gehen von einer Eigengefährdung aus, wir wissen nicht, was er als nächstes machen wird", erklärte der Polizist.
Der Bereich der Kreuzung Stiepenweg/von-Fallersleben-Straße wurde abgesperrt. Auch ein Notarzt und ein Rettungswagen waren vor Ort. Der Verhandlungsgruppe des SEK gelang es zunächst nicht, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, weder an der Haustür, noch über den Festnetzanschluss des Telefons. Gegen 22.15 Uhr gelang es nach mehrstündigen Verhandlungen den Spezialeinsatzkräften nach einem Ablenkungsmanöver den völlig überraschten 38-Jährigen festzunehmen. Das Ordnungsamt Warburg veranlasste die Unterbringung des Mannes in eine psychiatrische Klinik. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.