Warburg. Sie verreisen, um zu helfen: Die Warburger Tierärztin Claudia Bretthauer und ihr Kollege Ralf Martini aus Brilon wollen in der Dominikanischen Republik 100 Hunde kastrieren. "Als mobiles Operations-Team", sagt die 41-Jährige.
In einer Woche geht es von Frankfurt aus nach Santa Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Mit Unterstützung ihres Kollegen und der Tiermedizinischen Fachangestellten Sarah Nüse will die junge Mutter innerhalb von zehn Tagen die Hunde kastrieren. "So kann man der Population Herr werden", sagt Ralf Martini. Das Equipment, Narkosemittel, Infusionen und Operationsbesteck, ist in Containern bereits Ende September in die "Domrep" verfrachtet worden. Unterkommen wird das Trio, das von Bretthauers Sohn Fynn Blumenstein (4) begleitet wird, bei deutschen Tierschützern in der Karibik. "Wir sind mit Hilfsorganisationen in Kontakt, unter anderem dem Verein zur Förderung des kreolischen Hundes", so Bretthauer.
Das Hunde-Problem in der Dominikanischen Republik ist den beiden Ärzten seit Jahren bekannt. "Es gibt dort zu viele Hunde. Einige sind abgemagert und krank", sagt Ralf Martini. Die beiden arbeiten seit zehn Jahren eng zusammen, haben in Marsberg bereits gemeinsam eine Praxis geführt. In der Dominikanischen Republik werden sie jedoch unter anderen Voraussetzungen praktizieren. Hier steht ihnen keine Praxis zur Verfügung, operiert wird quasi auf der Straße. "Sauber zu arbeiten ist aber auch dort das oberste Gebot", sagt Bretthauer. "Wir waren noch nie vor Ort und wissen nicht, wie die Hunde auf die Narkose reagieren. Da spielt sicherlich auch das Klima eine Rolle", so Martini.
Wenn die beiden Ärzte in Santa Domingo die Straßenköter kastrieren, werden sie sich die Tiere genau ansehen. "Natürlich untersuchen wir sie auch auf Krankheiten und helfen, wo wir können", sagt Bretthauer.
Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für das Hilfsprojekt der Warburgerin und ihres Kollegen. Vor allem logistisch stehen die beiden immer wieder vor Herausforderungen. "Ich bin im ständigen Kontakt mit dem Konsul in der Domrep, damit es bei der Einreise und Verzollung keine Probleme gibt", sagt Martini.
Die Reise wird von Claudia Bretthauer und Ralf Martini aus eigener Tasche bezahlt. Für sie ist die Aktion "eine Herzensangelegenheit": "Das Hundeproblem dort ist groß. Wir wollen einen Betrag zum Tierschutz leisten", sagt Bretthauer.