Menne. Mit zwölf Jahren hat Julian Schulze seinen ersten Computer bekommen - und ihn nach einiger Zeit in seine Einzelteile zerlegt. Dieser erste Versuch in jungen Jahren war ein Test. "Der PC war dabei kaputt gegangen", lacht Julian. Das würde dem Computerfan heute nicht mehr passieren. Julian ist jetzt 18 Jahre alt und präsentiert seinen PC in einem Flugzeug.
Rund acht Kilo wiegt das Modell mit Flügeln, Rumpf, Propeller und den eingebauten Computerteilen. Modding heißt das Hobby von Julian. "Modding, das kommt von Modifizieren. Kurz gesagt ist es das Gestalten von Computergehäusen", erklärt der 18-jährige Menner. Das Flugzeugmodell aus Plexiglas hat er im Internet ersteigert. Zu Hause wurde das Fluggerät dann unter anderem mit dem Mainboard, Prozessoren und Arbeitsspeicher gespickt. "Und es funktioniert", betont Julian.
Bahnen am Himmel zieht das PC-Flugzeug zwar nicht, trotzdem hat es bereits in luftiger Höhe bei einer LAN-Party von der Decke gehangen. "Da diente mein Modell als Server. Die Computer waren durch meinen Rechner untereinander vernetzt", erzählt Julian. Den Flugzeug-Umbau hat der angehende Informationstechnische Assistent binnen zwei Stunden getätigt. Trotz des flinken Arbeitspensums ist das Modell ein Hingucker. Mehr Arbeit hingegen hat das Umrüsten auf Wasserkühlung bei seinem großen Rechner erfordert - dort findet das Modding im Verborgenen statt.
"Ich wollte den PC übertakten", erzählt der 18-Jährige. Die Rechnerleistung sollte von zwei auf drei Gigahertz verbessert werden. Die Not machte Julian erfinderisch: "Ich wollte keinen neuen PC kaufen, also habe ich angefangen, ihn selbst aufzurüsten." Die Gefahr dabei: Überhitzung. Wasser sollte dagegen helfen.
"Ich habe ein geschlossenes System gebaut, so ähnlich wie bei einer Heizung", erklärt Julian. An seinem Rechner hat der Tüftler gemeinsam mit einem Freund einen Wasserspeicher, eine Pumpe und einen Radiator eingebaut. "Das sind Teile aus dem Fachhandel, aber im Prinzip gibt es sie auch im Aquarienbedarf." Mit der 1,5-Liter-Wasserfüllung wird der PC perfekt temperiert. Die Tüftlerei hat geklappt. Der Rechner läuft seit vier Jahren mit der selbstgebauten Wasserkühlung.
Derzeit tüftelt Julian Schulze noch größtenteils aus Spaß. Er trifft sich mit Freunden auf LAN-Partys oder zum Basteln im Jugendclub. Aber am liebsten will Julian sein Hobby zum Beruf machen. Derzeit besucht er noch das Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg, um den Abschluss als Informationstechnischer Assistent zu machen. Das heißt: Programmieren, Netzwerke einrichten und Datenbanken aufbauen.
"Und später soll es in Richtung Elektrotechnik weitergehen", sagt Julian.