Warburg. Ideen und Visionen - unter dieses Motto hat Birgitt Vonde ihre Antrittsrede als neue Leiterin der Graf-Dodiko-Grundschule gestellt. Bei ihrer offiziellen Einführung warb sie bei Eltern, Bürgermeister und Schulamt um Unterstützung für ihre Pläne.
Um sich einmal ganz in Ruhe umzusehen, kam Birgitt Vonde extra am Sonntag in die Graf-Dodiko-Schule. Zeit zum Eingewöhnen hatte sie nicht. Für ihr erstes Projekt, eine Lernwerkstatt, läuft in einer Woche die Bewerbungsfrist beim Kreis ab. "Wir wollen einen Raum einrichten, in dem die Kinder selbst experimentieren und Erfahrungen sammeln können", sagt Vonde. Weil es jetzt schnell gehen muss, nutzte sie ihre Antrittsrede, um bei Eltern und Stadt für Unterstützung zu werben. Ihr neues Kollegium, 10 Lehrer, ein Lehramtsanwärter sowie ein Sozialpädagoge, hat bereits einstimmig zugestimmt. Jetzt hofft sie, dass ihre neue Schule eine der 13 Grundschulen im Kreis wird, die eine Lernwerkstatt bekommen.
Auch wenn Vonde mit viel Schwung an ihre neue Aufgabe herangeht, will sie nicht gleich alles Althergebrachte umwerfen. "Die Graf-Dodiko-Schule ist ein Haus mit Tradition und kirchlicher Anbindung. Darauf möchte ich aufbauen", sagt die 40-Jährige. Und weiter: "Die Kirche lehrt uns uralte Tugenden, die Kindern Sicherheit geben können: Respekt gegenüber jedem, Demut statt Maßlosigkeit und Achtung - auch gegenüber der eigenen Person, was in Zeiten drohender Dauerbelastung an Bedeutung gewinnt", sagte Vonde.
Im Mittelpunkt, daran lässt sie keinen Zweifel, stehen für sie die Kinder. Auch wenn die gelernte Mathe-, Deutsch- und Religionslehrerin nur noch wenig Zeit zum Unterrichten haben wird, sei es ihr wichtigstes Anliegen, "die mir anvertrauten Kinder zu fördern, ihnen beim Lernen zur Seite zu stehen und ihnen in der Wertevielfalt unserer Gesellschaft Orientierungspunkt zu sein." Die Schüler waren es auch, die vor der offiziellen Einführung gestern ein kleines Programm mit Musikstücken und Gedichten vortrugen.
So richtig kennen lernen konnten die Kinder ihre neue Schulleiterin allerdings noch nicht: Zwar hat sie die Aufgabe am 1. Februar offiziell übernommen, doch sie blieb noch für ein paar Tage an ihrer bisherigen katholischen Grundschule in Scherfede, wo die Weiterbildungswochen zum Thema Unterrichtsentwicklung liefen. Eine Terminüberschneidung, die der Schulamtsrat Hubert Gockeln positiv deutete. Vonde habe besonders viel Wert auf vielfältige Fortbildungen gelegt. "Das ist nicht selbstverständlich und daher möchte ich es lobend hervorheben." Er erinnerte zudem an ihr Engagement bei der Schulentwicklung und der Lehrerausbildung.
Das Beurteilungsverfahren, bei dem sie auch eine Prüfung ablegen musste, habe sie mit Bestnote abgeschlossen, betonte Gockeln. "Dabei hat mich nicht nur ihre hervorragende fachliche Kompetenz überzeugt. Besonders beeindruckt hat mich ihre hohe menschliche Kompetenz, ihre Empathie und Fürsorge für die anvertrauten Schüler, Kollegen und aller an der Schule sonst Tätigen. Sie sind ein großer Gewinn für die Schule."