Warburg. Die Vorfreude wächst. Am Sonntag spielt der SC Paderborn 07 gegen den FC Hansa Rostock. Um 13.30 Uhr ist Anpfiff. Dann fiebern ganz besondere Fans mit: Auf den Rängen werden auch 200 Fußballfreunde der integrativen Fangemeinschaft "Hand-in-Hand" jubeln – darunter auch die aus Warburg.
"Es wird voll, laut und gut", ist sich Jeremy Davidhein sicher. Der 15-Jährige hat das Fußballfieber von seiner Oma geerbt: "Die war Schalke-Fan", erzählt Jeremy. "Auf Schalke" hat er zum ersten Mal Stadionluft geschnuppert. Die roch prima und schon bald gibt es eine weitere Brise: Am Sonntag wird Jeremy wieder ein blaues Trikot tragen – und zwar sein eigenes. Der ehemalige Vize-Präsident der Paderborner Kicker, Peter Evers, wird jedem Mitglied der Fangemeinschaft "Hand-in-Hand" ein Shirt in der Energieteam-Arena überreichen. Evers hat die Schirmherrschaft über das integrative Fanprojekt von Menschen mit und ohne Behinderung übernommen.
Die Fangemeinschaft wurde Anfang 2009 von den Bewohnern der Schloss Neuhäuser Einrichtungen der Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn (CWW) gegründet. Jetzt besuchen zum ersten Mal auch 25 Warburger aus dem Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrum St. Laurentius (HPZ) ein Heimspiel des SC Paderborn. Eine Auftaktveranstaltung, der noch viele weitere folgen sollen.
"Beim Fußball zählt das Wir-Gefühl. Das begeistert die Menschen – ganz gleich ob mit oder ohne Behinderung", sagt HPZ-Freizeitbeauftragter Heribert Otto. Und auf dieses "Wir-Gefühl" kommt es an. "Wir werden mit 25 Bewohnern und elf Begleitern nach Paderborn fahren", erzählt Ehrenamtskoordinatorin Barbara Altemeier vom Projekt "Ich & Du – Mitmacher gesucht". Durch das Fanprojekt sollen Menschen mit und ohne Behinderung zusammengebracht werden. Und es sollen mehr werden. Auch die Mitarbeiter aus den anderen CWW-Einrichtungen und Werkstätten werden beim Spiel dabei sein. Zu den 70 Mitgliedern aus Paderborn werden dann 120 neue Fans buchstäblich "Hand in Hand" treten. Sie sollen eine eingeschworene Fangemeinde werden. "Für die aktuelle Saison ist eine Fahrt pro Monat geplant. Dafür wollen wir mit Hilfe von Sponsoren Saisonkarten anschaffen, die wir mit anderen Einrichtungen teilen", erklärt Barbara Altemeier.