Kreis Höxter/Bergheim. Bei der Suche nach der Vermissten Silke Twardoch aus Bergheim gehen die Ermittler gehen davon aus, dass die 38-Jährige tot ist. "Allein die Auffindesituation des Leihwagens lässt uns das Schlimmste vermuten. Niemand, der sich absetzt, würde seine persönlichen Sachen im Fahrzeug zurücklassen", sagte der leitende Oberstaatsanwalt in Paderborn, Volker Schmerfeld-Tophof, gegenüber der NW.
Nach den Veröffentlichungen in den Medien sind am Freitag acht Hinweise eingegangen, die abgearbeitet werden, berichtet der Sprecher der Kreispolizeibehörde, Peter Schneider. "Ein konkretes Ermittlungsergebnis gibt es zurzeit noch nicht", so Schneider. Jetzt beginne die Detailarbeit. "Die Ermittlungen in Bad Driburg gehen weiter. Es müssen noch Vernehmungen zu Ende geführt werden", sagte Schneider. Wenn der Schnee getaut ist, erwäge die Mordkommission, noch einmal mit einer Polizei-Hundertschaft, Spürhunden und Hubschrauber nach der Vermissten zu suchen.
Unterdessen hofft ihr Ehemann Roman Twardoch in jeder Minute, dass seine Frau wieder auftaucht. Der 51-Jährige ist verzweifelt. "Es ist alles so schrecklich. Ich kann das alles nicht verstehen", sagte er der Neuen Westfälischen. Warum seine Frau plötzlich verschwunden sei, könne er sich nicht erklären. "Wir haben uns morgens mit einem Küsschen verabschiedet", erzählt der Ehemann. Normalerweise habe sich seine Frau mehrmals täglich gemeldet und sich unter anderem nach ihrem Sohn erkundigt. Am Mittwoch, 3. März, an dem sich das Ehepaar in Bad Driburg verabredet hatte, blieb das Telefon jedoch stumm. "Ich habe versucht, sie über Handy zu erreichen, aber es war abgeschaltet", sagt Roman Twardoch. Das Zusammenleben in der Familie, die seit 2002 in Bergheim wohnt, beschreibt er als harmonisch. Noch vor zwei Wochen sei man bei Freunden in Polen gewesen, und habe dort ein paar schöne Tage verlebt. Roman Twardoch stammt aus Polen, seine Frau, mit der er seit 19 Jahren verheiratet ist, aus Wismar. Die dortige Polizei ist bisher noch nicht in die Suche involviert.
Die Spur von Silke Twardoch verliert sich am Donnerstag, 4. März. Zeugenaussagen zufolge soll sie sich mit einem bisher unbekannten Mann in der Gaststätte "Sachsenklause" an der Iburg in Bad Driburg getroffen haben. Daran zweifelt ihr Ehemann sehr. Sie sei keine Teetrinkerin noch Raucherin gewesen, sagt er.
Das seine Frau aus privaten Gründen verschwunden sein könne, kann sich Roman Twardoch nicht vorstellen. "Natürlich gibt es in jeder Ehe mal Höhen und mal Tiefen", sagt er. Aber vor ihrem Verschwinden sei alles in Ordnung gewesen.