250 Jahre "Schlacht bei Warburg": Ossendorfer erinnern an die Wirren des Siebenjährigen Krieges
Ossendorf. Etwas ganz Großes wirft seine Schatten voraus: "Das erste weltpolitische Ereignis auf Warburger Boden", sagt Stefan Kleinhans, Leiter der historischen Kanoniere im Ossendorfer Schützenverein. Am 31. Juli jährt sich die "Schlacht bei Warburg" zum 250. Mal. Um an dieses Ereignis zu erinnern, planen die Schützen ein facettenreiches Programm.
Eines wollen die Arbeitskreis-Mitglieder, die das Gedenken organisieren, klarstellen: "Wir wollen einen Gedenktag begehen und nicht feiern", betont Ortsheimatpfleger Erwin Dübbert. Krieg solle weder gespielt noch verherrlicht werden. Das spiegelt auch das Motto wider, das sich die Ossendorfer gewählt haben: "Die einst bekämpften sich als Feind, sind in Europa heut’ vereint". Dieser Leitsatz wird auch den eineinhalb Meter hohen Gedenkstein zieren, der am Freitag, 30. Juli, nahe dem Heinturm gesetzt werden soll. Dieser Akt ist der Auftakt zum Gedenkwochenende.
"Das Programm wird zweigeteilt sein. Zum Einen gibt es die Gedenkveranstaltungen, zum Anderen wird es eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert geben. Letztere soll Geschichte erlebbar machen", erklärt Kanonier Kleinhans. Die Zeitreise wird am Samstag, 31. Juli, ab 9 Uhr morgens hinter der Heinberghalle mit der Eröffnung eines 5.000 Quadratmeter großen historischen Feldlagers beginnen. Rund 200 Akteure aus Belgien, Deutschland, Holland, Italien, Polen und Tschechien werden das Lager beleben. Sie schlüpfen in die Rollen von Adel, Militär und Handelsleuten aus dem 18. Jahrhundert. Neben Kerzenziehern und Marketenderinnen werden auch August II., der Herzog von Braunschweig und Friedrich der Große in Ossendorf erscheinen.
Ab 14 Uhr steht ein besonderer Höhepunkt an: "Der König und sein Hofstaat werden in der Heinberghalle eine Ausstellung eröffnen", sagt Kleinhans. Zu sehen ist ein Großereignis im Kleinformat. Der Dortmunder Modellbauer Rüdiger Fischer präsentiert in einem Diorama die "Schlacht bei Warburg" anhand von Zinnfiguren auf 16 Quadratmetern. Eingebettet ist die Diorama-Schau in einer weiteren Ausstellung zeitgenössischer Exponate – darunter auch Leihgaben aus dem Preußenmuseum in Minden.
Am Samstagnachmittag geht es dann im Originalmaßstab weiter: Hinter der Halle werden Gefechtsdarstellungen präsentiert und erläutert. Nach dem Feldgottesdienst wird um 19 Uhr der offizielle Gedenkakt mit einer Rede von Monsignore Prof. Konrad Schmidt, Rektor der Landvolkshochschule Hardehausen, beginnen. "Nach der Rede wird der Ossendorfer Musikverein ein Konzert spielen", sagt Ortschronist Dübbert. Am Sonntag, 1. August, öffnen die Akteure ihr Feldlager noch einmal für die Bevölkerung. "Es gibt einen Frühschoppen mit Exerziervorführungen der militärischen Gruppen sowie eine Tafel mit Speisen, wie sie im 18. Jahrhundert gegessen wurden", sagt Stefan Kleinhans. Schluss ist um 13.30 Uhr mit dem Abschlussappell.
Mit dem Programm wollen die Ossendorfer Schützen den Warburgern die Bedeutung des Schlachtgeschehens aus dem Siebenjährigen Krieg in Erinnerungen rufen. "Diese Schlacht hat die Stadtentwicklung massiv geprägt", betont Dübbert. Warburg sei zur Plünderung freigegeben worden. "Davon hat sich die Stadt und die Umgebung lange nicht erholt", so der Chronist. Das Warburger Land wurde wiederholt heimgesucht. "Es war die Durchmarschstrecke der Alliierten und Franzosen", erklärt Helge Himstedt, Mitglied im Arbeitskreis. Zu den Gedenktagen wollen die Ossendorfer auch eine Gedenkschrift herausgeben, in dem der Siebenjährige Krieg im Warburger Land thematisiert werden soll.