Kreis Höxter/Bergheim. Die Hinweise aus der Bevölkerung haben die Polizei bei der Suche nach Silke Twardoch bisher keinen entscheidenden Schritt weiter gebracht. "Wir haben bislang leider keine neuen Erkenntnisse gewonnen", hieß es gestern von der Polizei. Zwar seien weitere Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, darunter aber keine heiße Spur. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Bergheimerin ermordet wurde.
Deshalb konzentriert sich die Mordkommissionm derzeit auf die Auswertung von Internet-Kontakten der zweifachen Mutter aus Bergheim, die seit Mittwoch, 3. März, verschwunden ist. Nach Medieninformationen wurden im Haus der Familie mehrere Computer auf Hinweise untersucht. Die Auswertung könne allerdings noch einige Zeit dauern, hieß es aus der Mordkommission, die sechs Beamte umfasst, aber am Wochenende nicht im Einsatz war.
Silke Twardoch, die als Bereichsleiterin einer deutschlandweiten Rohrreinigungsfirma arbeitete, hat viel Zeit am Computer verbracht. Möglicherweise hat sie in einem Chat jemanden kennen gelernt und später in Bad Driburg getroffen. Einen Tag nach ihrem Verschwinden soll sich die 38-Jährige mit einem bisher unbekannten Mann in der "Sachsenklause" auf der Iburg getroffen haben. Deren Mitarbeiter berichten, dass das Paar, das sich für etwa zwei Stunden am Vormittag in der Gaststätte traf, sehr vertraut gewirkt habe. Für die Ermittler liegen die Umstände dieses Treffens bisher völlig im Dunkeln.
Der weiße Leihwagen, ein Opel Combo, wurde am Freitag, 5. März, auf einem Parkplatz gefunden. Dieser liegt etwa 800 Meter vom Ausflugslokal entfernt. Den entscheidenden Tipp soll ein Forstbeamter gegeben haben. Im Fußraum lag die Handtasche mit den persönlichen Papieren der Frau.
Nicht nur für die Mordkommission, sondern auch für Ehemann Roman Twardoch sind die Umstände des Verschwindens immer noch rätselhaft. Sie habe sehr an ihrem elfjährigen Sohn und der 18-jährigen Tochter gehangen, betont der Vater. Auch ist ihm völlig unklar, wie sie zu dem Parkplatz, auf dem der Leihwagen gefunden wurde, gekommen sei. Ohne Navigationsgerät sei sie kaum zurechtgekommen, sagt Twardoch.
Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Leiche der Vermissten irgendwo im Bad Driburger Wald liegt. Allerdings war eine intensive Suche aufgrund des schwer zugänglichen Geländes bisher fast unmöglich. Zudem hatte es am Wochenende nach dem Verschwinden der Frau geschneit, so dass es kaum sichtbare Spuren gibt. Die Mordkommission erwägt deshalb in dieser Woche, wenn der Schnee getaut ist, noch einmal mit einer Polizei-Hundertschaft, Spürhunden und einem Hubschrauber nach Silke Twardoch zu suchen.
Hinweise an die Polizei in Bad Driburg, Tel (0 52 53) 9 87 00.














