Borgentreich. Es waren sehr viele, die ihrer Pfarrerin noch einmal die Hände schütteln wollten: Gestern verabschiedete sich Kristina Ziemssen von ihrer Borgentreicher Kirche. Auf Grußkarten und mit Blumen dankten im Katharina-von-Bora-Haus rund 150 Gemeindemitglieder der engagierten Theologin für ihre 22-jährige Tätigkeit in der Orgelstadt.
"Ich mag keine Abschiede, auch wenn sie uns im Alltag die Möglichkeit geben, einmal Halt zu machen und zurückzuschauen", sagte die Geistliche zuvor in einem eigens gestalteten Gottesdienst. Zukünftig wird sie in der evangelischen Kirchengemeinde im rund 160 Kilometer entfernten Schwerte arbeiten.
"Mir wird aus Borgentreich besonders die Nähe zwischen den Menschen in Erinnerung bleiben", so Ziemssen. "In all den Jahren haben ich und meine Kollegen vom Presbyterium immer versucht, die evangelische Gemeinde nicht als abgeschlossenen Zirkel zu gestalten, sondern sie offen für Andere zu machen". Besonders am Herzen lag ihr dabei der Austausch mit der katholischen Pfarrgemeinde im Ort. "In den letzten Jahren haben wir gemeinsam viel bewegt, und darauf können wir stolz sein", sagte Ziemssen.
Obwohl ihr der Abschied sichtlich schwer fiel, freut sie sich auch auf ihre neue Aufgabe in Schwerte. "Die Arbeit dort wird das totale Kontrastprogramm zu meiner Arbeit hier werden", erklärte die 49-Jährige. Die Gemeinde in Schwerte umfasst 16.000 Mitglieder, sechs Pfarrstellen und vier Kirchen. "Ich habe mich bewusst für diesen Strukturwechsel entschieden und ich freue mich auf die damit verbundenen Aufgaben", so die Pfarrerin.
Viel Glück für diese Herausforderung wünschte ihr ihre langjährige Weggefährtin aus dem Presbyterium, Petra Tewes, auch wenn der Abschied schwer falle. "Wir haben schon fast wie eine große Familie zusammengearbeitet", erklärte Tewes. "Da ist es natürlich umso schwerer, Lebewohl zu sagen".