Bad Driburg. Aufgrund neuer Hinweise hat sich die Mordkommission im Fall der Vermissten Silke Twardoch am Vormittag zu einer spontanen Suchaktion mit Spürhunden entschlossen. "Wir gehen davon aus, dass Silke Twardoch einen Tag nach ihrem Verschwinden nicht mit einem Unbekannten in der Gaststätte Sachsenklause war, wie wir bisher vermutet hatten", sagte der Leiter der Mordkommission, Ralf Östermann.
Nach neuen Zeugenhinweisen glauben die Ermittler, dass die zweifache Mutter bereits am Mittwochnachmittag, 3. März ihren Leihwagen auf einem Parkplatz etwa 800 Meter von der Gaststätte Sachsenklause an der Iburg in Bad Driburg (Kreis Höxter) abgestellt hat. Der Hinweis des Gastwirtes, die Vermisste habe einen Tag später mit einem Unbekannten in seinem Restaurant gesessen, hat sich als falsch herausgestellt. "Bei uns hat sich ein Paar gemeldet, dass in der betreffenden Zeit dort war und die Szene so beschrieben haben, wie sie uns auch der Wirt geschildert hat", erklärte Östermann (52).
Demnach wurde die vermisste 38-Jährige nicht mehr gesehen, seit sie am Mittwochmorgen, 3. März, ihre Wohnung in Bergheim (Stadt Steinheim) verlassen hat.
"Diese Umstände haben uns heute Morgen veranlasst, eine spontane Suchaktion zu starten", so Östermann. Acht Hunde der Polizeihundesschule aus Schloß Holte-Stukenbrock suchten das Gebiet rund um den Parkplatz ab, auf dem weiße Leihwagen der Vermissten gefunden wurde. Probleme bereitete den Hunden und ihren Führern nicht nur das schwer zugängliche Gelände, sondern auch der hohe Schnee. "Die Witterung macht die Suche für uns sehr schwierig. Zwar hatten wir heute Morgen auch erwogen, einen Hubschrauber anzufordern, aber das hat bei diesem Schnee keinen Sinn", sagte Oestermann.
Die Suche blieb bis zum Nachmittag erfolglos. Eine heiße Spur, so Oestermann, gebe es in dem rästelhaften Fall bisher nicht. "Wir konzentrieren uns derzeit auch auf die Auswertung der Computer. Wir brauchen Spuren, sonst kommen wir nicht weiter", sagte Peter Schneider, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Höxter.