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17.03.2010
WARBURG
Gläubige finanzieren Kloster aus eigener Tasche
Erzdiözese hat sich bislang nicht zu dem drohenden Insolvenzverfahren geäußert
VON JULIA RENNER

Hausherr | FOTO: DAVID SCHELLENBERG

Warburg. Die Erzdiözese der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland ist scheinbar nicht mehr zahlungsfähig. Ein Mitglied der Glaubensgemeinschaft aus Bad Arolsen hat einen Antrag auf ein Insolvenzeröffnungsverfahren gestellt. Er unterstützt das Warburger Kloster St. Jakob von Sarug, das Bischofssitz der Kirche in Deutschland ist, bereits seit einem halben Jahr finanziell - und möchte nun einen Teil seines Geldes zurück.

"Das Kloster ist nur mittelbar betroffen", da sich der Insolvenzantrag gegen die Diözese richte, die beim Paderborner Amtsgericht als Verein geführt werde, beschwichtigt Walter Strümper, Berater des Bischofes Mor Julius Hanna Aydin. Einen vorläufigen Insolvenzverwalter gebe es noch nicht, so ein Sprecher des Amtsgerichts. Die Erzdiözese sei um eine Stellungnahme gebeten worden, um die Forderung zu überprüfen. Bald solle entschieden werden, was weiterhin passiert. Schließlich war der Antrag auf Insolvenzeröffnung schon vor einem Monat eingegangen.

Der Bad Arolser, der das Warburger Kloster unterstützt, tut dies nach Angaben von Strümper allerdings nicht allein. Mit ihm würden noch weitere Gläubige aus Warburg und Paderborn die Betriebskosten des Klosters "aus eigener Tasche" bezahlen. In den vergangenen rund sechs Monaten überwiesen sie zwischen 40.000 und 50.000 Euro, um Heizung, Licht und Strom zu bezahlen. Der Antragsteller aus Bad Arolsen hatte allein rund 37.000 Euro Gasschulden beglichen. Und sei deshalb von Vorstandsmitgliedern der Diözese bedroht worden, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Wieso die Erzdiözese die laufenden Kosten nicht gezahlt hat, ist unklar. Bereits jetzt wurden Vorwürfe laut, der Vorstand des Vereins wirtschafte mit den Mitgliedsbeiträgen nicht ordentlich. Die Sachlage sei "sehr kompliziert", räumt Walter Strümper ein.

Ein Rolle soll auch ein Streit zwischen Bischof Mor Julius und dem Diözesanrat spielen. Schon länger schwele ein Konflikt: Die Gemindemitglieder aus der Region sehen den Bischof aus seinen Aufgabenbereichen zunehmend zurückgedrängt. Auch um das Thema Finanzen soll es sich schon häufiger gedreht haben. Bischof Julius zog daraus seine Konsequenzen - und hat sich bereits vor einigen Monaten innerhalb der Kirche als Verantwortlicher der Diözese zurückgezogen. Doch sei er nach außen noch immer der Bischof, betont Strümper.

Wie es mit dem Kloster weitergeht? Einige Mitglieder der syrisch-orthodoxen Kirche hätten sich bereits bereiterklärt, den Gebäudekomplex im schlimmsten Fall zu kaufen.


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