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18.03.2010
WARBURG
Die Türen bleiben offen
Erzbischof Mor Julius tritt dem drohenden Insolvenzverfahren entgegen
VON DIETER SCHOLZ

Geistliche Brüder zweier Schwesterkirchen | FOTO: DIETER SCHOLZ

Warburg. Es sei tief betroffen von den Meldungen in der Zeitung, sagt Bischof Anba Damian, Oberhaupt der koptischen Kirche in Deutschland. Der hohe geistliche Würdenträger war gestern aus Brenkhausen ins Warburger St.-Jakob-von-Sarug-Kloster geeilt, um seinem Amtsbruder von der syrisch-orthodoxen Kirche die Solidarität zu bekunden. "Wir sind Schwesterkirchen mit ehrenvoller Vergangenheit", bekundet der koptische Bischof.

Die Meldung von dem Antrag eines Gläubigen der syrisch-orthodoxen Gemeinde auf Insolvenzeröffnung habe eingeschlagen wie eine Bombe, sagt Bischof Damian und betont, welch großer Schatz das Warburger Kloster für die altorientalischen Christen und die Region sei.

"In einer Familie gibt es immer mal wieder Streit", nickt der Geistliche seinem Bischofsbruder zu. Gemeint sind die Differenzen, die innerhalb der 60 syrisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland schwelen. Bis hinauf in die Bistumsleitung, zwischen den Laien im Diözesanrat und den Priestern in der Leitung. Seit November lässt der Diözesanrat seine Arbeit ruhen, seit Beginn des Jahres auch der Erzbischof. "Nach innen", sagt Mor Julius. Nach außen vertrete er weiterhin den deutschen Zweig der Kirche in der Welt.

Rund 100.000 Mitglieder zählt hierzulande die syrisch-orthodoxe Kirche. Jede Gemeinde wird in der Bundesrepublik bei den jeweiligen Amtsgerichten als eingetragener Verein geführt, die Diözese in Paderborn. Bei der Durchführung eines Insolvenzverfahrens der Deutschen Diözese müsse das Kloster als Vermögen eingebracht werden, informiert Walter Strümper, Berater des Bischofs.

Doch die Gläubigen sind spendenfreudig. "Wir Bischöfe beziehen kein Gehalt", hält Anba Damian fest. Gastfreundlich und großzügig, so kennen auch die Warburger die Klosterbewohner. Die Gelder seien kein Problem, beruhigt der Erzbischof. Das St.-Jakob-Kloster stehe nicht auf dem Spiel. Unmittelbar betroffen sei der Diözesanverband. Er habe die Konten gesperrt. Es werde sich schnell alles klären, da bald ein neuer Diözesanrat von den Vertretern der Gemeinden gewählt werde.

Die 37.000 Euro, mit denen ein Geschäftsmann aus Bad Arolsen die Gasrechnung des Klosters beglich und sie nun zurückfordert, seien vorhanden, bekräftigt Mor Julius, der wie seine Schäfchen auf eine Entscheidung aus Damaskus wartet. "Patriarch Mor Ignatius Zakka I. Iwas wird den Bischof segnen, ihm den Rücken stärken", prophezeit Kopten-Bischof Damian in aller Freundlichkeit. Das Patriarchat lege großen Wert auf den Erhalt des Klosters als ein geistliches Zentrum in Deutschland und Europa.

Auch im Amtsgericht in Paderborn wartet man – auf eine Stellungnahme der Kirche, so ein Gerichtssprecher.
    


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