Wie die Ossendorfer an die blutigen Geschehnisse am Heinberg vor 250 Jahren erinnern
Ossendorf (scho). 250 Jahre ist es her: Eine originale Kanonenkugel aus der Schlacht am Heinberg nahm jetzt Ortsheimatpfleger Erwin Dübbert entgegen. Sie wird eines der Exponate einer Ausstellung zu den Gedenktagen in Ossendorf in der Heinberghalle sein. Die Kugel hatte der verstorbene Maler August-Alexander Wendehals Jahre 1960 am Fuße des Heinberges gefunden.
"Es handelt sich um einen sogenannten Dreipfünder", sagt der Erste Kanonier der Ossendorfer historischen Kanoniere, Stefan Kleinhans. Abgeschossen im Schlachtgeschehen des 31. Juli 1760. Die rund eineinhalb Kilogramm schweren Kugeln seien im Siebenjährigen Krieg von der preußischen Artillerie benutzt worden. "Wir haben noch eine zweite Kugel aus Rimbeck bekommen", berichtet Kleinhans.
Die Kanonenkugel wurde von Ute Einsfelder, der Tochter von Maler Wendehals, Ortsheimatpfleger Erwin Dübbert in Verwahrung übergeben. Sie wird nun bei der Ausstellung zur Gedenkveranstaltung in der Heinberghalle zu sehen sein, wenn von Freitag, 30. Juli, bis Sonntag, 1. August, in Ossendorf die Uhren rückwärts gedreht werden: "Das 18. Jahrhundert kehrt in das Dorf an der Diemel zurück", kündigt Erwin Dübbert an. An diesen Tagen wird im Ort an den 250. Jahrestag der "Schlacht bei Warburg" erinnert.
"Mehr als 300 historische Darsteller geben der Veranstaltung den entsprechenden Rahmen", kündigt der Ortsheimatpfleger an. Auch "der Alte Fritz" habe sich angesagt, sagt Dübbert. Der Preußenkönig treffe auch auf den damaligen Oberbefehlshaber Herzog Ferdinand von Braunschweig. Markt- und Landfrauen, Handwerker, Händler, Adelige, Soldaten, Prediger, Kinder und Hofdamen bringen das Leben des 18. Jahrhunderts zurück an die Heinberghalle nach Ossendorf.
Organisiert wird die Veranstaltung von den Ossendorfer Schützen und der Vereinsabteilung der historischen Kanoniere unter der Leitung von Stefan Kleinhans. Weitere Mitglieder des vorbereitenden Arbeitskreises sind Ortsheimatpfleger Erwin Dübbert, Historiker Helge Himstedt, Kompanieschreiber Rainer Simon, Johannes Thonemann und Schützenvereins-Vorsitzender Heiner Fischer. Das Team hat eine Chronik erstellt (die NW berichtete), die in den Ossendorfer Banken und im Markant-Markt Willeke erhältlich ist.
Am Freitag, 30. Juli, beginnen die Gedenktage mit der Enthüllung eines Gedenksteins. Reinhard Menne, Solotrompeter aus Ossendorf, wird dazu spielen. In der Heinberghalle beginnt um 20 Uhr eine Veranstaltung mit Prof. Dr. Konrad Schmidt, Rektor der Landvolkshochschule in Hardehausen, als Gastredner.
Bürgermeister Michael Stickeln, Ossendorfs Ortsvorsteher Markus Engemann und Schützenvereinsvorsitzende Heiner Fischer werden Ansprachen halten. Der Musikverein Ossendorf mit seinem Dirigenten Helmut Kohaupt wird preußische Armee- und Militärmärsche spielen. Zudem wird die große Ausstellung in der Heinberghalle eröffnet. Die "Schlacht am Heinberg" wird in einer Miniaturdarstellung präsentiert. Modellbauer Rüdiger Fischer aus Dortmund zeigt seine Dioramen. Auch die Schlacht bei Leuthen, die im Dezember 1757 in Schlesien stattfand, wird zu sehen sein.
Am Samstagabend, 31. Juli, eröffnet dann Preußenkönig "Friedrich der Große" um 19 Uhr den historischen Lustgarten. Eine Fackelzeremonie mit barockem Feuerwerk gibt es um 22.30 Uhr. Der Sonntag, 1. August, steht ganz im Zeichen des historischen Marktes mit Händlern, Gauklern und Handwerkern. "Ab 11.30 Uhr kann zu Mittag gegessen werden wie im 18. Jahrhundert", versprechen die Organisatoren.
Feldlager und Marktplatz
Die Gedenkveranstaltung beginnt am Freitag, 30. Juli, um 18 Uhr mit der Einweihung eines Gedenksteines am Heinberg, um 20 Uhr folgt ein Gedenkakt in der Heinberghalle. Am Samstag, 31. Juli, öffnet um 11 Uhr ein historischer Marktplatz mit Handwerkern, Händlern und der Gastronomie des 18. Jahrhunderts an der Heinberghalle, Diorama-Ausstellung zur Schlacht und historisches Feldlager.
15.30 Uhr Aufmarsch der historischen Truppen zur Gefechtsdarstellung. Abends historischer Lustgarten mit barockem Feuerwerk. Am Sonntag, 1. August, ab 10 Uhr Marktgeschehen, Ausstellung und Feldlager, 13.30 Uhr Abschlussappell der historischen Darsteller.