Fast wie in Wacken: Zwei Tage lang haben in Manrode 18 Heavy-Metal-Bands gespielt
Manrode. Der Schlachtruf passte: "Manrode!" schrie der Sänger der Gruppe "Burden of Grief" und legte am Samstagabend los. Die Band aus Kassel ging als letzte von 18 Metal-Bands beim "Fest-Evil" an den Start - und wurde am Ende ihrer Show zu einigen Zugaben aufgefordert. Den Schlusspunkt setzten sie mit dem Stück "Walhalla", bei dem auch einige Fans mit auf die Bühne durften.
Das Manroder Heavy-Metal-Festival, das von der Musikauswahl an das legendäre "Wacken"-Festival in Schleswig-Holstein erinnert, fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Neu dabei: Das Programm wurde auf zwei Tage, Freitag und Samstag, verteilt.
"Ich habe zu wenig Schlaf abbekommen", sagt Maik Scherf aus Manrode, der Organisator der Veranstaltung. Abgesehen vom Schlafmangel war er aber auch bei der zweiten Auflage zufrieden mit seiner Veranstaltung, zu der etwa 450 Heavy-Metal-Fans gekommen waren.
"Die Bands stammen dieses Mal aus dem ganzen Bundesgebiet", sagt Scherf. Das bedeutete für ihn zusätzlichen Arbeitsaufwand. "Einige Bands waren schon 2009 da, bei anderen habe ich mir gezielt Songs angehört und diese dann ausgewählt", sagt er. Und sein "Fest-Evil" (ein Wortspiel aus Festival und dem englischen Wort "Evil" für Teufel) hat sich schon rumgesprochen: "Teilweise hatte ich bis zu zwanzig Anfragen am Tag von Agenturen, die ebenfalls ihre Gruppen bei uns unterbringen wollten".
"Mentora" hieß eine der Bands, die ihre Chance genutzt haben. "Das Publikum hier ist sehr gut drauf", sagt Bassist Matze. Und das trotz des schlechten Wetters. Immer wieder trieb der einsetzende Regen die Musik-Fans ein Stück weg von der Bühne an die überdachten Getränkestände.
Trotzdem: Bei den Bands war die Stimmung ausgelassen. "Metadone" aus Delmenhorst kamen gerade von einem Konzert in München. "Wir sind häufig im Einsatz und finden es echt klasse, hier spielen zu dürfen", sagt der Bassist der Band. "Es ist unser erstes Festival und es macht richtig Spaß. Wir wurden von den Ton- und Bühnentechnikern gut unterstützt." Die Band wurde zum Ausklang des Festivals sogar ein zweites Mal auf die Bühne gebeten, um das gelungene Feuerwerk musikalisch zu begleiten.
Vielleicht gibt’s eine Neuauflage
"Dieses Programm wäre ohne die Unterstützung aus dem Dorf gar nicht möglich gewesen", sagt Veranstalter Maik Scherf. Hilfe kam von der katholischen Landjugend, der Feuerwehr und der Polizei - und natürlich vom Schützenverein, der die Schutzhütte zur Verfügung stellte. Maik Scherf bedankte sich außerdem herzlich bei Landwirt Friedhelm Wrede, dessen Wiese die Festival-Macher auch in diesem Jahr wieder nutzen durften.
Scherf hatte für die konkreten Vorbereitungen eine Crew von 40 Helfern auf die Beine gestellt. Sie waren am Wochenende verantwortlich für Einlass, Zeltmöglichkeiten, die Getränkestände und natürlich die Versorgung der Musik-Fans. Tatkräftige Unterstützung für die Bands gab es von den Helfern am Mischpult. Hier wurde für die richtige Soundmischung gesorgt.
Und wie geht es weiter mit dem "Fest-Evil"? "Mit ein bisschen Abstand wird erst einmal Kassensturz gemacht. Möglicherweise gibt es im nächsten Jahr eine weitere Auflage", sagte Scherf. Dann vielleicht sogar mit besserem Wetter - aber ganz bestimmt wieder mit jeder Menge lauter Musik.