Kreisbrandmeister Johannes Kunstein über die Nachwuchsförderung bei der Feuerwehr
Die Jungfeuerwehren sind in die Jahre gekommen: Seit über 30 Jahren gibt es bereits die Abteilungen der Nachwuchskräfte in den zehn Städten des Kreises Höxter. Am kommenden Wochenende feiert beispielsweise die Ikenhausener Jugendfeuerwehr ihren 30. Geburtstag. NW-Mitarbeiterin Sandra Wamers sprach mit Kreisbrandmeister Johannes Kunstein über die Jugendfeuerwehren.
Herr Kunstein, welche Bedeutung hat die Nachwuchsförderung bei der Feuerwehr?JOHANNES KUNSTEIN: Die Jugendfeuerwehr ist mit das Wichtigste, was wir haben. Zu 90 Prozent kommen die Kameraden von morgen aus den Abteilungen der Jugendfeuerwehren. Deshalb ist die Arbeit mit den Nachwuchskräften so wichtig. Durch die Jugendförderung können die 18-Jährigen sofort zu vollwertigen Mitgliedern der Feuerwehren werden. In den Jugendabteilungen wird das Ein mal Eins der Feuerwehren vermittelt.
Das Ein mal Eins der Feuerwehren - was ist das? KUNSTEIN: Das erste Grundwissen, wie zum Beispiel Erste-Hilfe-Maßnahmen, oder wie Feuer überhaupt entsteht - und dann natürlich auch, wie wir es löschen können. Ab einem Alter von zehn Jahren können Kinder bei der Jugendfeuerwehr anfangen.
Rund 70 Prozent der Aktivitäten gilt dort den Freizeit- und Sportspielen, denn wir wollen den Teamgeist von Grund auf aufbauen. In erster Linie soll die Zeit in der Jugendfeuerwehr Spaß machen, damit die Jugendlichen bei uns bleiben, denn durch den demographischen Wandel leiden auch die Hilfskräfte. Das heißt aber auch für uns, dass wir auf die Jugendlichen zugehen müssen. Wir brauchen die Nachwuchskräfte - sportliche, fitte, gute Leute!
Zu den jungen Leuten sind in den vergangenen Jahren auch Mädchen gestoßen.KUNSTEIN: Das ist schön, dass auch die jungen Mädchen den Weg zur Feuerwehr finden. Sie machen heute etwa zehn Prozent der 538 Nachwuchskräfte im Kreis Höxter aus. Und wir müssen versuchen, die Mädchen zu halten, denn im aktiven Einsatz sind es in der Feuerwehr nur noch drei Prozent.