Warburg. Das Gesicht des Jugenddorfs Petrus Damian verändert sich. Gestern wurde der offizielle Spatenstich zum ersten Neubau seit 1965 gesetzt. Bereits zu Ostern soll die Mutter-Kind-Gruppe 2 fertig sein.
Bereits seit 17 Jahren besteht eine Mutter-Kind-Gruppe im Jugenddorf. Rund 55 junge Mütter mit ihren Kinder haben dort die ersten Familienbande geknüpft. In der bestehenden Gruppe werden neun Mütter mit Kindern betreut. In der neuen Gruppe werden weitere sechs Plätze eingerichtet. "Das ist eine Investition in die Zukunft des Jugenddorfs", betonte Klaus Hillebrand, Geschäftsführer vom Einrichtungsträger der Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH.
Rund 700.000 Euro beträgt das Investitionsvolumen. Sechs Appartements für Mütter mit ihren Kindern sind auf zwei Etagen mit 635 Quadratmetern Wohnfläche geplant. Vier bis sechs Plätze werden in einer Gruppenform zusammen geschlossen. Darüber hinaus sollen zwei weitere Plätze den Charakter einer eigenen Wohnung bekommen, um die Verselbständigung der Familie zu trainieren. "Der Neubau war die richtige Entscheidung, denn es ist unsinnig, viel Geld in ein Uralt-Gebäude zu investieren", betonte Volker Odenbach, Aufsichtratsvorsitzender der Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbh.
In der Mutter-Kind-Gruppe sollen die jungen Mütter auf das Leben mit einem Kind vorbereitet werden. "Es sind Mütter, die in ihrer Lebenssituation überfordert sind und mitunter auch einen problematischen Familienhintergrund haben", erklärte Elmar Schäfer, pädagogischer Leiter. Zum Betreuungskonzept gehört sowohl die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung, als auch das Einüben fester Tagesstrukturen bis hin zur Biografiearbeit, durch die erfahrene Traumata aufgearbeitet werden können.
"Wir sind kein Hotel", stellte Elmar Schäfer fest. Vielmehr gehe es um Präventionsarbeit - zum Wohle des Kindes, wie auch um das der Eltern, sagte Schäfer mit Blick auf die Fälle von Kindstötungen durch die Eltern. "In unserer Einrichtung wollen wir solche Fälle verhindern, in dem wir die Eltern bei schulischen oder beruflichen und eben auch bei erzieherischen Problemen begleiten, um sie später gefestigt und mit einer Perspektive im Leben zu entlassen", betonte Schäfer.