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05.10.2010
WARBURG
Neonazi-Party im Hochstift
Rund 150 Anhänger feiern mit deutschen Rechtsrock-Bands
VON DIETER SCHOLZ

Springerstiefel | THEMENBILD: DPA

Dössel. Auf dem Flyer prangt das Wort Geburtstag. Doch die Feier entpuppt sich als Konzert rechtsradikal Gesinnter. Am Samstag fand sich die braune Szene zur Party in der Dösseler Bördehalle ein.

Rund 150 Gäste zählte der Bielefelder Staatsschutz. Von den auf dem Flyer angekündigten drei Bands traten zwei auf. Der Veranstalter stammt aus dem Paderborner Raum, so ein Sprecher des Staatsschutzes, der mit Beamten die Veranstaltung rund um die Bördehalle beobachtete.

Dass ein solches Konzert geplant war, sei schon länger bekannt gewesen. Aber erst kurz vorher erfuhr der Staatsschutz Ort und Zeit. Die konspirative Organisation solcher Konzerte ist in der Szene üblich. Interessierte melden sich unter einer Telefonnummer, werden auf einen Parkplatz geleitet und von dort weiter zum Konzertort.

Hallenbetreiber vor Unterschrift ahnungslos

Für die Polizei sei es da schwierig im Vorfeld an die entsprechende Info zu kommen. "Die Veranstalter suchen sich eine Halle, melden beim Betreiber eine Geburtstagsfeier an, auf der auch eine Live-Band spielt", sagt der Sprecher. Alles ganz normal. Für die Betreiber ist es da kaum nachvollziehbar, dass sich hinter der Feier eine Veranstaltung der brauen Szene verbirgt.

Auch in Dössel sei dies zu spät erkannt worden. "Da war der Vertrag bereits geschlossen", so der Staatsschutzsprecher. Für den Dösseler Hallenbetreiberverein gab es kein Zurück mehr. "Rechtlich fehlte ihnen die Möglichkeit, diese Feier zu verbieten."

Andreas Scholle vom Warburger Ordnungsamt bestätigt dies gegenüber der NW. "Wir konnten das Konzert nicht untersagen, weil es als private Veranstaltung deklariert wurde", sagt Scholle. Geladenes Publikum sozusagen. Doch der Abend habe die besondere Aufmerksamkeit von Polizei und Staatsschutz genossen, bemerkt Scholle.

Polizei sieht "keine besonderen Vorkommnisse"

Auch die Höxteraner Kreispolizeibehörde hatte verstärkt ein Auge auf die Veranstaltung im beschaulichen Dössel geworfen. "Aus polizeilicher Sicht keine besonderen Vorkommnisse", meldet Polizeisprecher Peter Schneider. Vor dem Konzert war der Initiator darauf hingewiesen worden, dass man weder Straftaten noch rechtsextreme Handlungen tolerieren werde.

Das im Flyer beworbene Rechtsrock-Konzert sei das erste im Warburger Land gewesen, so Schneider. Eine organisierte Szene sei hier bislang nicht zu entdecken. Im vergangenen Jahr habe eine ähnliche Veranstaltung in einem kleineren Ort im Nordkreis stattgefunden. Aus der Region Ostwestfalen und dem Kasseler Raum seien diesmal die Besucher angereist, berichtet Schneider. "Um ein Uhr war dann der Spuk vorbei."

Oft sind solche rechten Musik-Partys eine Mischung Jugendlicher aus rechten Gruppen und der Hooligan-Szene. "Die Skinhead-Musik wird dabei als verbindendes Moment genutzt", so der Sprecher des Bielefelder Staatsschutzes. Oftmals schlichtweg auch aus kommerziellen Gründen. Die Veranstalter wollen verdienen. Allerdings seien Propaganda-Delikte wie der Hitler-Gruß bei Konzerten der Bands nicht unüblich, heißt es von Seiten des Staatsschutzes.

Rechtsextreme ködern Kinder und Jugendliche

Rechtsextreme und neonationalistische Kreise nutzten die Konzerte mit Bands wie "Sturmwehr" oder "Säd but Tru", um Jugendlichen ihre politischen Themen aufzudrücken oder entsprechende Tonträger, T-Shirts oder Aufkleber zu verkaufen. "Sie wollen anwerben und versuchen, junge Leute für rechte Themen zu interessieren", klärt der Staatsschutz auf. Eltern sollten daher ein Ohr dafür haben, was im CD-Player ihrer Kinder liegt.


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Kommentare
@Hmmkay: Ich denke da beispielsweise an die Chaostage in Hannover, 1. Mai Berlin, auch Stuttgart derzeit (da kann man garantiert nicht alles auf die Polizei schieben, denn wenn mir Pflastersteine entgegen fliegen würde ich meinen Knüppel auch zu gerne nutzen). Solche Ereignisse gibt es zahlreich.

Dann findet eine WM/EM an und die Linken rufen dazu auf, deutsche Fanartikel zu klauen und zur "Not" auch Gewalt gegen die Träger anzuwenden.

Wie gesagt, sollen die ihr Zeug unter sich hören und dann ist doch ok. Solange die niemandem zur Last fallen der damit nichts zu tun haben will sehe ich da kein großes Problem.

Außerdem: Wenn Kinder/Jugendliche sich zu diesen Gruppierungen hingezogen fühlen wird automatisch den Rechten der Vorwurf gemacht sich genau an diesen zu orientieren. Mag durchaus korrekt sein, ist in meinen Augen aber auch eine Frage der Erziehung und der Eltern ob diese sowas zulassen oder nicht.

Viele Leute machen es sich einfach zu einfach. Ihr hört nur "die Rechten", habt in Wirklichkeit aber keine Ahnung wofür diese einstehen. 99% glauben, dass seien alles absolut fremdenfeindliche Personen, die alles hassen was nicht deutsch und das wars. Da kann ich nur sagen: Macht euch vorher schlau worüber ihr sprecht!

Erstens brauche ich kein Geschichtsbuch, denn ich kenne mich sehr gut mit der deutschen Geschichte aus.
Nur leider gibt es immer noch Mensch, die denn heutigen Rechtsextremismus gleichsetzen und gar in Verbindung bringen mit den schrecklichen Vorkommnissen unserer deutschen Vergangenheit.
Das ist absoluter Unsinn.
Und zweitens ist mein Kommentar nicht dumm und unüberlegt, sondern genau richtig. Und wenn Jugendliche gar Kinder empfänglich sind für rechtes Gedankengut liegt das Problem wohl eher woanders.
Und zu Tjaja: Du bist der einzige der es verstanden hat. Danke

@ Tjaja: Also wo liest du denn bitte jeden 2. tag solche Schlagzeilen in der Zeitung?! Wahrscheinlich in der "Jungen Freiheit" oder "Deutsche Stimme", nicht wahr?! Oder spielts du mit deinem Kommentar auf die bürgerlichen Proteste in Stuttgart an? (...)

Erstmal finde ich es extrem bemerkenswert das diese Berichte über solche Veranstaltung immer fast Wort für Wort gleich sind und seit Jahren immer dieselben Sätze von der Polizei und den Behörden kommen.
So: Lasst sie doch unter sich feiern.Wenn die LInken so eine Veranstaltung durchführen und das wird reichlich sein , liest man da nix von. Über die Gründe lasse ich mich jetzt nicht aus.
Vorschlag an alle die sich über das Konzert aufregen oder das die Vermieter der Halle nich registriert haben an wen sie vermieten: Bietet den Nazis (ob die alle schon 90 jahre alt sind? Und dann noch feiern gehen?) besser gesagt den Rechten doch euren Vorgarten oder eure Strasse zum feiern an...aber das wollt ihr auch nicht. Oder eine Kirche da wird Menschlichkeit ja gross geschrieben...
Immer dieses rumgemotze.

alles regt sich auf und was ist passiert ---nichts.
wenn der linke mob lächelnd die pflastersteine wirft - dann scheint das ja schon legitim zu sein.
lasst sie doch in ruhe - sie feiern und solange sie nichts tun ist es in meinen augen okay - haben doch ne demokratie, oder?



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