Borgentreicher Biobauer Albert Fögen präsentiert ein Buch über die plattdeutsche Sprache
Borgentreich. "So nigge, so alt, et iss olles oll doa wirscht" - Sprichwörter wie dieses verstehen heute nur noch wenige Menschen. Wer jedoch die plattdeutsche Sprache beherrscht, weiß, dass es " So neu, so alt, es ist alles schon da gewesen" heißt. Ein neues Buch sammelt alte platt- und hochdeutsche Redensarten, Geschichten und enthält sogar ein Wörterverzeichnis. Verfasst hat es der Borgentreicher Biobauer Albert Fögen.
"Wees se watt" lautet der Titel. Rund 500 Weißheitssprüche und etwa 18.000 alphabetische Übersetzungen auf Platt- und Hochdeutsch hat Fögen in knapp vier Jahren zusammengeschrieben. "Der Inhalt stammt allein aus meinem Gedächtnis", erklärt der 74-Jährige.
Dabei schrieb er auch Sittenbilder in seinem Buch nieder, sowohl auf Platt-, als auch auf Hochdeutsch, wie etwa die Geschichte "Upp dirs Massers Schneie" ("Auf des Messers Schneide"). Gelungen ist ihm mit seinem Erstlingswerk eine rund 400 Seiten starke Hommage an eine Sprache, die früher auf dem Land fast verbreiteter war als Hochdeutsch.
"Den Anstoß gab ein Besuch bei einem Freund in Paraguay vor etwa acht Jahren. Ich traf dort zufällig auf Deutsche, die wie ich Plattdeutsch redeten", erinnert sich Fögen. "Allerdings verstand ich kein Wort. Ihr Plattdeutsch war ganz anders als das, was man früher bei uns in Borgentreich sprach, weil es zahlreiche verschiedene Arten gibt."
Kurz darauf begann der Borgentreicher Biobauer, alle Geschichten, Gedichte und Vokabeln, die ihm einfielen, handschriftlich festzuhalten. "Ein Freund von mir hat das die Digitalisierung übernommen, eine andere Freundin die Korrektur", freut sich Fögen.
Offiziell vorgestellt wird das Buch am Sonntag, 28. August, im Borgentreicher Orgelmuseum. Zu kaufen gibt es die rund 1.500 Exemplare der ersten Auflage in allen Bücherläden der näheren Region.
"Das Buch habe ich in erster Linie für die Menschen in Borgentreich selber geschrieben, da ich hier aufgewachsen bin und auch als Kind das Borgentreicher Plattdeutsch gelernt und gesprochen habe. Aber ich hoffe, dass auch andere Interessierte, egal welche Form sie sprechen, Spaß an der Lektüre haben", sagt Fögen.