Kreis Höxter/Warburg (das). Wenn Gutmütigkeit ausgenutzt wird, ist das besonders dreist: Um gleich 250 Euro wurde eine Senior in Warburg betrogen, meldet die Polizei.
Um 16 Uhr ging der 72-Jährige von der Volksbank an der Hauptstraße zum Parkdeck. Dort wurde er von einem unbekannten Mann angesprochen. Der bat um eine Spende für eine Taubstummenorganisation. Der Senior übergab aus seinem Portemonnaie einen Fünf-Euro-Schein.
Etwa 15 Minuten später stellte er in einem Geschäft fest, dass alle Geldscheine aus seiner Börse gestohlen worden waren. Der angebliche Spendesammler steht im dringenden Tatverdacht. Dem Täter war es offensichtlich gelungen, an das Portemonnaie des 72-Jährigen zu gelangen und 250 Euro in Scheingeld zu stehlen.
Die Polizei warnt noch einmal vor dieser Diebstahlsmasche. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. "Zum Beispiel mit einer Sammelbüchse in der Fußgängerzone oder Personen gehen von Haus zu Haus, sammeln für eine bestimmt Institution und lassen sich den Betrag vom Spender auf einer Liste durch Unterschrift quittieren", sagt Polizeisprecher Peter Schneider. Auch als sogenannte Wechselfallendiebe treten die Täter auf. Schneider: Ausreichenden Abstand zu Fremden halten, wenn man seine Geldbörse zückt, kann solche Straftaten verhindern.
Damit die überwiegend seriösen Sammelinstitutionen keinen Schaden nehmen, sollten die Bürger bei Spendensammlungen besonders wachsam sein. "Schwarze Schafe", die in die eigenen Tasche wirtschaften, dürfen nicht zum Zuge kommen. "Lassen sie sich Legitimationen oder Ausweise zeigen. Nur wenn sie sicher sind, dass es sich um eine seriöse Organisation handelt, unterschreiben Sie auf Spendenlisten", sagt Schneider.
Aber auch unseriösen Sammlern würden solche Listen später missbräuchlich benutzt. So könne zum Beispiel die Unterschrift kopiert oder gefälscht und für ein Zeitschriften-Abo benutzt werden, dass der Spender angeblich bestellt hat. "Wer den Verdacht hegt, dass Straftäter unter dem Vorwand der Spendensammler unterwegs sind, sollte sich sofort mit der Polizei, auch unter 110, in Verbindung setzen", mahnt der Polizeisprecher.
Der tatverdächtige Mann im Warburger Fall wird wie folgt beschrieben: südosteuropäisches Aussehen, etwa 18 bis 20 Jahre alt, nur etwa 160 Zentimeter groß, dünn, leicht gebeugte Haltung, dunkle Haare. Der Täter trug ein rotes Hemd mit Jacke und hatte ein Klemmbrett für die Unterschriftsliste unter dem Arm.
Die Kripo bittet um Zeugenhinweise und fragt: "Wer hat den Mann oder ein von ihm benutztes Fahrzeug im Bereich des Parkdecks noch gesehen oder ist von ihm wegen einer Spende angesprochen worden?" Hinweise bitte an die Polizei in Warburg, Tel. (0 56 41) 7 88 00.
Fragen im Zusammenhang mit Spendensammlungen beantworten auch die sachlich zuständigen Ordnungsämter in den Stadtverwaltungen.