Paderborn/Lippstadt. Bis in den Mai 2011 hatte der Flughafen Paderborn-Lippstadt wieder Zuwächse erzielt - ein Plus bei den Passagierzahlen von 8,2 Prozent. Dann war der Airport durch mehrere, nicht absehbare Ereignisse erneut gebremst worden.
Dazu zählten im Frühjahr politische Unruhen in der arabischen Welt, Streiks in Griechenland und der Fluglotsen sowie reduzierte Kapazitäten bei der Fluggesellschaft Air Berlin. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft strich am heimischen Flughafen zum Winterflugplan 2011/12 die Ziele London-Stansted und Manchester.
Angesichts dieser Belastungen ist Airport-Geschäftsführer Elmar Kleinert durchaus zufrieden mit der Bilanz für 2011. In den vergangenen zwölf Monaten wurden genau 975.712 Passagiere gezählt und damit rund 5,3 Prozent weniger Ein- und Aussteiger als im Vorjahr. Die Zahl der Flugbewegungen stieg dagegen um 9,4 Porzent auf insgesamt 42.380.
Regionalflughafen
Zahl der Passagiere 2011: rund 950.000.
Zahl der Mitarbeiter: 360
Stammkapital: 10 Millionen Euro
Verlustabdeckung: 1,25 Millionen Euro
Gesellschafterdarlehen: 3,1 Millionen Euro
Gesellschafter: Kreis Paderborn (56 Prozent), Kreis Soest, Kreis Gütersloh, Stadt Bielefeld, Hochsauerlandkreis, Kreis Höxter, Kreis Lippe, Industrie- und Handelskammern Bielefeld und Lippe
"Die Millionengrenze wurde zwar knapp verfehlt, doch im Vergleich zu anderen Regionalflughäfen sind wir noch einmal glimpflich davon gekommen", so Kleinert: "Unsere Investitionsmaßnahmen in 2010 haben gegriffen und sich als rentabel herausgestellt." Durch die Modernisierungsmaßnahmen im Terminal konnte der Airport im Bereich der nicht direkt zum Flugbetrieb zählenden Tätigkeiten (Non-Aviation) Einnahmeverbesserungen in Höhe von insgesamt knapp einer Million Euro erzielen.
Im gerade begonnenen Jahr setzt der Airportchef "auf einen gemäßigten Wachstumskurs". Dazu sollen im Sommer zusätzliche Verbindungen zum Trendziel Türkei beitragen. Ab Mai werden allein 19 Flüge pro Woche, das ist eine erwartete Sitzplatzkapazität pro Woche von 3.516 Passagieren, nach Antalya angeboten. Zum Vergleich: Im Sommer 2011 waren es 2.618 Plätze bei 14 Abflügen pro Woche.
Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben sollen bis 2016 rund 18,5 Millionen Euro in die Verbesserung der Infrastruktur des Flughafens investiert werden (die NW berichtete). Dazu gehören unter anderem die Sanierung der Start- und Landebahn sowie Verbesserungen der Sicherheitsvorkehrungen.
Die wichtigste Aufgabe am Flughafen Paderborn-Lippstadt liegt 2012 darin, ein neues Drehkreuz an einem internationalen Flughafen zu schaffen - und weitere Fluggesellschaften an den Airport zu holen.
Für den Sommerflugplan kündigte Landrat Manfred Müller bei einem Neujahrempfang 30 Ziele an. Künftig wolle man nicht mehr so abhängig von Air Berlin sein, betonte der Paderborner Kreischef. Froh zeigte er sich darüber, dass "die Gesellschafter des Flughafens weiter an Bord bleiben".
Während für ihn der Ausbau des Flughafens Kassel-Calden erst nächstes oder übernächstes Jahr für Ahden zum Thema wird, ist dem Landrat die Millionen-Sub ventionierung des Flughafens in Dortmund-Wickede akut ein Dorn im Auge. Trotz eines Verlustes von 25 bis 27 Millionen Euro nehme dieser durch entsprechende Subventionsprogramme dem heimischen Flughafen Passagiere we g. "Die Kommission der Europäischen Union wird das nicht mehr mittragen und lehnt Linienförderung aus Steuermitteln ab", gab sich der Landrat optimistisch.
Ein gut ausgebauter Flughafen in jedem Bundesland (Düsseldorf, Hannover, Frankfurt...) reicht doch völlig aus!