Kältewelle im Warburger Land überrascht Hausbesitzer / Nachfrage nach Brennstoffen steigt
Warburger Land. Kalte Temperaturen gleich höhere Heizkosten: Die derzeitige Kältewelle zwingt bundesweit viele Konsumenten, überraschend noch Heizöl nachzutanken. Die Warburger scheinen gut gerüstet: Die meisten Tanks sind genügend gefüllt. Laut den Zulieferer blieben "Panikkäufe" aus. Was sagen die Warburger Hausbesitzer und Lieferfirmen zur Situation? Die Neue Westfälische hat sich umgehört.
"Ich habe noch einen großen Vorrat an Heizöl", sagt Werner Reineke aus Warburg. Der 61 Jahre alte Bankkaufmann ist der Meinung, dass "die politische Lage im Iran" dafür mit verantwortlich ist. Karl-Heinz Schmitz, Leiter Verkauf Heizöl und Diesel beim Keck Energieservice in Brakel, bestätigt diese Einschätzung: Die "Ungewissheit im Iran und ein schwächelnder Euro" seien unter anderem Gründe für den hohen Preis des Heizöls. Dieser liege 15 Prozent über dem Vorjahr. "Die Nachfrage war in dieser Woche stärker als in der vorangegangenen. Von einer Hysterie kann aber nicht die Rede sein", so Schmitz.
Von einer "normalen Nachfrage" berichtet auch Erhard Jürgens, Eigentümer der Jürgens Mineralöle GmbH aus Körbecke. "Kitzlig" werde es erst, wenn Schnee und Eis zur Kälte dazu kämen. Momentan kauften die Leute stark verbrauchsorientiert statt auf Vorrat ein. "Sie haben den Winter für gelaufen gehalten", erklärt Jürgens.
Mit einem günstigeren Heizöl-Preis sei nach der Kältewelle zu rechnen, sagt Mineralöl-Händler Rudi Söthe aus Warburg. "Der Rohölpreis stagniert, doch die Inlandpreise ziehen an: Das liegt an Spekulanten wie Hedgefonds", so Söthe. Mit Lieferengpässen rechnet er nicht: "Es wird erst problematisch, wenn die Temperaturen so stark fallen, dass Wasserstraßen zufrieren." Durch höhere Transportkosten steige dann der Preis.
Die plötzliche Kältewelle hat viele Kunden überrascht. Das hat auch Kai Dierkes, Geschäftsführer der Rudolf Hoppe GmbH aus Borgentreich, beobachtet. "Sie kam auf einen Schlag. Viele unserer Kunden haben im vergangenen Jahr auch nicht vollgetankt."
Ohnehin kauften die meisten Leute nur geringe Mengen Heizöl ein. Dessen hoher Preis treffe die Kunden, die nun nachtanken wollten, empfindlich. "Eigentlich sind Januar, Februar und März die günstigsten Monate", so Dierkes. Für die Preisgestaltung seien weniger Angebot und Nachfrage ausschlaggebend als die politische Lage in den Produktionsländern.
Auch bei der Warburger Stadtverwaltung ist der Heizölpreis ein Thema. "Vor allem die Schulen sind davon betroffen", sagt Bürgermeister Michael Stickeln. "Doch knapp betankt sind wir nie." Die Verwaltung müsse genauso Vorsorge treffen wie private Haushalte auch. "Wir müssen nicht frieren", hält Stickeln fest. Viele Liegenschaften – wie das Verwaltungsgebäude, die Stadthalle oder die Schulen – seien energetisch gedämmt worden. "Wir haben in allen Bereichen weniger verbraucht", prognostiziert Stickeln.