Borgentreich/Warburg (nw). Was bereits seit Jahren gute Tradition ist, wurde gestern im Borgentreicher Rathaus schriftlich niedergelegt: die Zusammenarbeit der Bördelandschule mit den beiden Warburger Gymnasien und den beiden Berufskollegs in der Hansestadt. "So stellen wir sicher, dass unsere Schüler ihre Schullaufbahn an den weiterführenden Schulen reibungslos fortsetzen können", sagt Schulleiter Klaus Leweke.
Auf dem Weg zum Abitur oder dem Fachabitur: Um den Übergang der Absolventen der Bördelandschule zum weiterführenden Berufskolleg oder zum Besuch der gymnasialen Oberstufe vorzubereiten und zu koordinieren, hat die Verbundschule der Stadt Borgentreich jetzt mit dem Hüffertgymnasium, dem Gymnasium Marianum, dem Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg und dem Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Gestern wurden die Verträge im Borgentreicher Rathaus unterzeichnet.
Die Schulen werden sich künftig untereinander über die jeweiligen Bildungsstandards und Lehrpläne austauschen. "Wir wollen einen fließenden und verlässlichen Übergang ermöglichen", sagt Heinz-Werner Klare, Schulleiter des Hüffertgymnasiums und ergänzt: "So schaffen wir auch eine Alternative zum G8-Abitur." Gerade bei der Wahl zwischen den beiden Warburger Gymnasien sei es wichtig, "dass Schüler frühzeitig über die jeweiligen Schwerpunkte der Oberstufen und deren gemeinsames Angebot im Bereich der Leistungskurse informiert werden", so Klare.
Dabei gehe es nicht in erster Linie darum, im Wettbewerb der Schulen untereinander mehr Schüler zu bekommen, sondern darum, "den Mädchen und Jungen zusätzliche Perspektiven zu eröffnen". Darauf weist Josef Hilkenbach vom Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg hin. Ein wichtiger Punkt: Die Schüler der Bördelandschule sollen beispielsweise bei der Wahl eines Bildungsgangs im Berufskolleg eigene Einblicke erhalten. Schnuppertage, Unterrichtsbesuche, gemeinsame Projekte und Infoangebote sollen helfen, erfolgreich einen der vielfältigen Abschlüsse des Berufskollegs zu erlangen.
"Die beruflichen Perspektiven im sozialpädagogischen Bereich sowie im Berufsfeld Heilerziehungshilfe komplettieren die Möglichkeiten der Bördelandschul-Absolventen", freut sich Hartmut Peter, Schulleiter des Theresia-Gerhardinger-Berufskollegs über die getroffene Vereinbarung. "Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen ist politisch gewünscht", bemerkt Peter, "wir werden sie mit Leben füllen", ist er sich sicher.
"Wir haben unsere Zusammenarbeit in diesem Jahr bereits durch eine gemeinsame Schullaufbahnberatung an der Bördelandschule intensiviert", hebt die kommissarische Schulleiterin des Gymnasium Marianum, Christiane Kost, hervor. Die bessere Vernetzung zwischen den beiden Partnern solle den Wechsel von der allgemeinbildenden zur weiterführenden Schule weiter optimieren.
Ein Ziel, das nach der Vereinbarung in den Schulprogrammen der jeweiligen Schulen verankert wird. In dem unterzeichneten Vertrag wurde zudem eine Zusammenarbeit bei Infoveranstaltungen und gemeinsamen Fachkonferenzen sowie Schnuppertagen vereinbart.
Mehr als 80 Prozent der Schüler der Bördelandschule erlangten in den vergangenen Jahren am Ende ihrer Schulzeit die Zulassung, die das Abitur oder das Fachabitur ermöglicht. "72 Prozent", nennt Leweke weitere Zahlen "nahmen das weiterführende Schulangebot in Warburg wahr". Das spreche für sich. "Die Kooperation bedeutet aber nicht, dass die freie Schulwahl der Eltern oder der Absolventen beschnitten wird", betont Klaus Leweke. "Vielmehr geben wir unseren Schülern ein Stück Zukunftssicherheit."
Die heutigen Schüler der Bördelandschule erhalten mit der im Vertrag vereinbarten Zusammenarbeit "schon jetzt ein zukunftssicheres Angebot, das nicht nur allein den Schulstandort Borgentreich attraktiv gestaltet", bemerkt Rolf Husemann, Schulamtsleiter im Borgentreicher Rathaus.