Warburger Land. Kaminöfen sind beliebt: Als zusätzliche Wärmequelle neben Heizöl oder Gas senken sie die Heizkosten und sorgen für die knisternde Atmosphäre eines Lagerfeuers. Doch wenn sie falsch bedient werden, kann es für die Hausbewohner gefährlich werden.
"Durch eine zu geringe Luftzufuhr lagern sich kohlenstoff- und teerhaltige Rückstände im Ofen ab, die sich entzünden können", sagt Dietmar Weber, Kreisvorsitzender der Schornsteinfeger-Innung Kreis Höxter. Es entstehen die gefürchteten Schornsteinbrände. Fast in jedem zweiten Haushalt in der Region gibt es einen Kaminofen. Bezirksschornsteinfegermeister Rudolf Ryll kennt deren genaue Zahl: "Im Kehrbezirk II haben wir 1.184 Kaminöfen in 2.500 Liegenschaften." Der Bezirk besteht aus den Orten Warburg, Dalheim, Daseburg, Dössel, Herlinghausen, Hohenwepel, Menne, Teilen von Ossendorf und Borgentreich-Lütgeneder.
Die Anzahl der Kaminöfen liegt laut Ryll in etwa auf Vorjahresniveau. "Die meisten Kunden sind mit Öfen ausgestattet." Derzeit werde viel modernisiert. "Die Kunden holen sich sparsamere und bessere Modelle." Doch selbst das neueste Modell schützt nicht vor dem Entstehen eines Schornsteinbrandes. "Bei besonders niedrigen Temperaturen wie jetzt, steigt die Gefahr, da die Leute mehr heizen", so Weber. Die Ofenbesitzer legen entsprechend viel Holz nach, es kommt zu sehr hohen Temperaturen im Ofen.
Richtig bedienen
Dietmar Weber, Kreisvorsitzender der Schornsteinfeger-Innung Kreis Höxter, rät Kaminofen-Besitzern, auf die Herstellerangaben zu achten.
"Holz braucht viel Sauerstoff. Die Luftöffnungen sollten nicht zu weit zugedreht werden", sagt Weber.
Der Kreisvorsitzende empfiehlt, den Ofen mit dem Brennholz "nicht zu voll" zu packen.
Die regelmäßige Wartung des Kamins ist wichtig. "Wenn der Ofen nur im Winter genutzt wird, sollte der Kamin zweimal jährlich gekehrt werden – bei ganzjährigem Gebrauch bis zu viermal."
(psg)
Problematisch wird es, wenn das Brennholz noch feucht ist. Dadurch bildet sich deutlich mehr Ruß. "Trockenes Holz ist wichtig. Zwei Jahre Lagerung sollten ausreichen, wenn es abgedeckt und gut gelüftet wurde", sagt Weber. Die Feuchtigkeit dürfe maximal 20 Prozent betragen: Dies lasse sich mit Messgeräten aus dem Baumarkt oder durch den Schornsteinfeger vor Ort überprüfen.
Gefährlich wird es auch, wenn Holz oder Stroh in direkter Nähe des Kamins gelagert werden. Das erhöht die Gefahr von Dachstuhlbränden. "Ein ähnliches Risiko sind Holzdielen, die oft in älteren Fachwerkhäusern in der Nähe des Kamins verlaufen." Dass ganze Häuser durch einen Schornsteinbrand bis auf die Grundmauern niederbrennen, kommt laut Weber aber äußerst selten vor.
Die Freiwillige Feuerwehr Warburg musste in diesem Winter bisher zweimal wegen Schornsteinbränden ausrücken – am 14. Dezember und am 26. Januar jeweils in Rimbeck. "In den vergangenen Jahren waren es immer drei bis vier Einsätze", berichtet Sprecher Jürgen Rabbe. Hauptsächlich sei nicht richtig abgelagertes Brennmaterial die Ursache gewesen. "In der Regel sind dies nicht komplizierte Einsätze", sagt Rabbe. Zuerst ziehen die Feuerwehrleute Möbelstücke außer Reichweite. In enger Zusammenarbeit mit dem Bezirksschornsteinfeger brennen sie den Kamin dann frei.
"Bei diesen Bränden entsteht enorme Hitze. Die Ofenbesitzer sollten deshalb nie Wasser in den brennenden Kamin schütten", rät Rabbe. Durch den sich ausbreitenden Wasserdampf könnte der Kamin Risse bekommen. "Schornsteinbrände können während der gesamten Heizperiode entstehen – nicht nur zu Beginn." Die Freiwillige Feuerwehr Borgentreich hatte Ende November einen Kaminbrand in Körbecke zu bekämpfen. Dabei waren rund 40 Einsatzkräfte beteiligt und neun Fahrzeuge im Einsatz. "Je älter die Gebäude sind, desto höher ist das Risiko", sagt Löschzugführer Christoph Herbold. "In den meisten Fällen ist feuchtes Holz das Problem", so Herbold.