Bonenburg/Kreis Höxter (NW). Nach den ersten milden Wintermonaten hat nun die Kälte die Region voll im Griff. Hoch Cooper mit Dauerfrost und eisigen Temperaturen bereitet auch den Bauern mehr Arbeit, teilt der Landwirtschaftliche Kreisverband Höxter-Warburg mit.
"Die niedrigen Temperaturen, die in diesen Tagen in Teilen der Region bis zu minus 18 Grad Celsius betragen, schaffen auf den Höfen zusätzlichen Aufwand", erklärt der Kreiverbandsvorsitzende Antonius Tillmann aus Bonenburg. Die Bauern sind vor allem bei der Versorgung ihrer Tiere verstärkt gefordert.
Bei den Minusgraden frieren bei zahlreichen Milchviehbetrieben, Mutterkuhhaltern und Bullenmästern die Tränken und Wasserleitungen zu. Frosttemperaturen schaden hingegen Rindern, Bullen und Milchkühen in der Regel nicht, allerdings müssten die Ställe trocken und zugfrei sein. "Den Tieren macht die Kälte nicht viel aus", sagt Tillmann. "Sie fressen mehr, um der Kälte mit mehr Energie zu trotzen. Schweine und Geflügel werden dagegen in der Regel in geschlossenen Stallgebäuden gehalten, die auf optimale Stalltemperaturen gedämmt und geheizt werden." Dadurch entstünden für die Tierhalter allerdings höhere Heizkosten.
Auf dem Acker haben die starken Fröste in den vergangenen Tagen dazu geführt, dass der Boden 30 bis 40 Zentimeter tief gefroren ist, erklärt Rita Rehring vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. "Über die Folgen der niedrigen Temperaturen für die Ackerkulturen können wir aber derzeit noch wenig sagen", betont Tillmann. Doch kann es bei Kahlfrösten zu Schäden an der Winterung kommen. Zur Erläuterung: Von Kahlfrösten spricht man, wenn die Pflanzen nicht von einer Schneedecke geschützt werden. Eine Neuaussaat im Frühjahr kann die Folge sein. "Doch diese so genannten Auswinterungsschäden können endgültig erst nach Ende der Frostperiode festgestellt werden", betont Tillmann.
Was bewirkt Frost auf den Feldern?
- Wie häufig gibt es auch hier zwei Seiten: Für den Boden ist der Frost gut, man spricht von der "Frostgare". Das bedeutet die Lockerung des Bodens durch den Frost.
- Wie funktioniert das? Im Boden befindet sich Wasser. Wenn die Temperaturen null Grad unterschreiten, gefriert es. Es entstehen viele kleine Eiskristalle. Da Wasser sich ausbreitet, wenn es gefriert, sprengen diese Eiskristalle die Bodenteilchen auseinander, der Boden wird lockerer.
- "Wie eine volle Flasche, die in die Gefriertruhe liegt", erklärt Rita Rehring. Das gefrierende Wasser habei eine solche Kraft, dass es die Flasche auseinander sprengt.