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09.02.2012
WARBURGER LAND
Streitfall Kennzeichen: HX gegen WAR
Heute Sitzung des Kreistages / Was Auto-Fans zur möglichen Wiedereinführung der alten Schilder sagen
VON PAUL GERLACH UND SANDRA WAMERS

Relikt im Feuerwehr-Fuhrpark | FOTO: PAUL GERLACH

Warburger Land. 1975 war die Geburtsstunde des Kreis Höxters. Die kommunale Neugliederung war schon bald überall sichtbar: Auf den Kennzeichen prangten für die Altkreisler nicht länger ihr "WAR" für Warburg, sondern die schwarzen Lettern "HX" für Höxter.

Nicht allen gefällt diese Buchstabenfolge – auch damals schon nicht. Heute wird die Kennzeichen-Diskussion im Kreistag neu aufgenommen. Es wird abgestimmt: HX versus WAR.

Einer, der die kommunale Neugliederung in seinem Arbeitsalltag damals miterlebt hat, ist Josef Dierkes. Nach der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahre 1975 wurde der heute 83-jährige Menner zum Bürgermeister der neu entstandenen Stadt Warburg. "Wir Warburger mussten damals den Kreis Höxter samt Kreisstadt schlucken", erzählt der heutige Ehrenbürgermeister. Damals haben man sich unterlegen gefühlt – so auch beim Blick auf die Auto-Kennzeichen.

Dierkes ersetzte damals an seinem weiß-grauen Opel-Kombi die Buchstaben "WAR" durch "HX". "Jeder neuzugelassene Wagen bekam damals automatisch das neue Kreiskennzeichen", erinnert sich Warburgs Ehrenbürger. Alte Fahrzeuge, die bis heute laufen, tragen noch die Altkreis Warburg-Initialen. Rund 450 Vehikel sind das – allen voran Ackergeräte, wie Traktor und Anhänger, aber auch schmucke Oldtimer.

Mit den historischen Wagen kennt sich Michael Ritgen, Sprecher des Oldtimer-Clubs Germete, bestens aus. "Ich halte eine Umstellung der Kennzeichen für nicht vernünftig. Das kostet eine Menge Geld." Diese Summe könne "lieber für etwas anderes" verwendet werden. "Ich bin dafür, dass die originalen Oldtimer die alten Kennzeichen behalten dürfen", sagt Ritgen, dessen erster Oldtimer ein Mercedes 450 SE aus dem Jahr 1970 war. "Eine rückwirkende Umstellung ist verkehrt."

Oldtimer-Liebhaber Wilfried Bunse aus Scherfede, der bereits 1968 einen Mercedes 220 mit dem Baujahr 1954 für 100 D-Mark aus einer Scheune holte, sagt zu einem Wechsel der Kennzeichen: "Das wäre schön, das wäre nostalgisch." Das Kennzeichen "HX" würde außerhalb der Region keiner kennen.

Fritz Berost aus Scherfede besitzt drei Oldtimer, darunter einen BMW 327 mit dem Baujahr 1938. Berost, der selbst an den Wagen bastelte und schraubte, sieht einen Wechsel der Kennzeichen kritisch. "Ich weiß nicht, ob das machbar ist. Ich brauche das nicht." Er frage sich, wer diesen Aufwand ernsthaft betreiben wolle. "Das ist nicht so einfach", so der 78-Jährige.

"Ich habe schon darüber nachgedacht, mir die neuen Kennzeichen zuzulegen, wenn sie denn kommen", sagt Norbert Hoppe aus Scherfede. "Unbedingt brauche ich sie aber nicht: Ich lege nicht so großen Wert darauf", sagt Hoppe, der drei Oldtimer sein Eigen nennt.

Derzeit lässt Hoppe einen Opel Kadett mit Baujahr 1937 restaurieren. Außerdem besitzt er einen Opel Rekord D mit dem Baujahr 1975. Mit seinen Wagen fährt er "vier bis fünf Mal im Jahr" bei Rallyes mit. Hoppe glaubt nicht, dass die Kreisverwaltung in Höxter für die Wiedereinführung der alten Kennzeichen beschließe.
Deutlich gegen eine Rückkehr zu den alten Kennzeichen wendet sich der Oldtimer-Fan Josef Engemann aus Germete. "Ich finde das schlecht", sagt er. Generell sollten die Autos weiterhin das Kennzeichen "HX" führen.

Engemann schlägt vor, dass die "WAR"-Schilder nur noch an Oldtimer montiert werden: "Dann haben die Wagen ihr altes Kennzeichen wieder." Er tendiere zu dieser Variante, auch wenn sie "Mehrkosten verursache".

Mit Blick auf die knapp 37-jährige Geschichte des Kreises Höxters findet Altbürgermeister Josef Dierkes heute, dass die aktuelle Kennzeichnung bleiben soll.

"Der Einfachheit halber", sagt Dierkes: "Wir alle sind doch für Entbürokratisierung. Zurück zu dem alten Warburg-Schild, also wieder zur Zweiteilung des Kreises, würde einen enormen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen. Das kostet."


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