Kontrolltag der Polizei NRW trägt in Hohenwepel große Früchte: bis zum Nachmittag nur zwei Verwarnungen
HOHENWEPEL. Raserei? Nicht mit der Polizei. 17 Beamte der Kreispolizei Höxter führten gestern an 17 Kontrollstellen Geschwindigkeitsmessungen durch. An der Kontrollstelle auf der B252, Abfahrt Peckelsheimer Straße, in Hohenwepel kam es bis zum Nachmittag zu zwei Geschwindikgeitsverstößen, die mit Verwarnungsgeldern geahndet wurden. Die Polizei zeigte sich mit dem Einsatz sehr zufrieden.
Peter Schneider von der Pressestelle Polizei Höxter blickt auf den Verkehr, der sich auf der B252 durch Hohenwepel schlängelt. 10 bis 15 Autos pro Minuten rauschen an ihm vorbei. Er kennt die schaurigen Zahlen der. "2010 hatten wir sieben Verkehrstote im Kreis Höxter. Letztes Jahr waren es sechs." Unfallschwerpunkte seien Kreuzungen und Einmündungen. "Wenn dort jemand von der Seite kommt, ist die Knautschzone gering", so Schneider.
Der Pressesprecher weiß: Oft spielt bei Unfällen die erhöhte Geschwindigkeit eine große Rolle. Deshalb geht die Polizei gestern landesweit gegen Raser an und zeigt vor Ort Präsenz. "Der Hauptschwerpunkt liegt zwischen 14 und 22 Uhr. In diesem Zeitraum geschehen fast 50 Prozent aller Verstöße", so Schneider.
In Hohenwepel ist der Effekt der Aktion deutlich zu spüren. Nahezu alle Verkehrsteilnehmer halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Tempo-70-Zone. "Die Menschen wissen, dass sie heute besondere Vorsicht walten lassen müssen", freut sich Jürgen Koch, Polizeichef in Höxter. "Zukünftig wollen wir gar keine Verkehrstoten mehr im Kreis Höxter haben."
Die beiden Polizeioberkommissare Harald Bünz und Ede-Jak Kastler haben derweil in ihrem Dienstwagen den Verkehr durch Hohenwepel ganz genau im Blick. Während Bünz mit der Laserpistole die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Wagen misst, führt Kastler Protokoll und zählt die Fahrzeuge.
"Das Gerät hat eine Reichweite von 30 bis 1000 Metern", erläutert Bünz, während er die Pistole auf dem Lenkrad positioniert, um die Auto-Kennzeichen präziser erfassen zu können. Auf schnurgeraden Landstraßen spielt die Pistole ihre große Reichweite voll aus.
Das Gerät von einem Hersteller aus Österreich funktioniert nur bei Temperaturen zwischen -10 und 50 Grad – darunter oder darüber schaltet es sich automatisch ab. Im geheizten Dienstwagen kann dies nicht vorkommen: Innerhalb einer halben Sekunde ist die Messung da. Zu Dienstbeginn kalibrieren die Beamten die Pistole jedes Mal mit Testmessungen.
"Achtung, fertig machen!", ruft Bünz seinem Kollegen zu. Ein 44 Jahre alter Autofahrer aus Hameln rauscht mit 89 Kilometern pro Stunde (km/h) in den Ort. Er ist unterwegs zum Frankfurter Flughafen, um jemanden abzuholen. "Ich habe von dem Kontrolltag nichts gewusst", sagt er. Das kostet ihn 30 Euro Verwarnungsgeld.
Zuvor hatten die beiden Beamten eine Frau aus dem Lipperland herausgewunken, die 11 km/h zu schnell war. Sie muss 20 Euro bezahlen. Bünz und Kastler sind froh, dass die vorab groß angekündigten Kontrollen eine solche Wirkung gezeigt haben. "Das ist gut so", sagt Bünz.