Warburg. Vom Buch auf die Bühne: Nach gut achtmonatiger Vorbereitungszeit feierte der schlaue Fuchs Don Marco seine Musical-Premiere auf der Aula-Bühne der Petrus-Damian-Schule. Entführt wurde das Publikum in ein vermeintlich wohlbekanntes Land: In ihre Heimat, die Warburger Börde.
Vermeintlich, denn in dem Musical werden die Abenteuer aus der Perspektive von Tieren erzählt. Ein buchstäblich fabelhaftes Familienmusical also, wie der Untertitel von "Don Marco - die Herrschaft eines Fuchses im Warburger Land" verspricht. Ganz fabelhaft war auch der erste Eindruck, nachdem sich der Vorhang zum ersten der insgesamt vier Akte gelüftet hatte: Mit viel Handwerkskunst sowie Liebe zur Farbe und Detail hatte das Bühnenbauer-Team um Heinrich Engemann den Schauspielern ein Bördeland en miniature bereitet.
Und ebenso überzeugte binnen eines Lidschlags die Gestaltungsfreude von Kostümbildnerin Ina Reinartz: Dem stolzen Fuchs Don Marco hatte Reinartz sein schmuckes Ornat auf den Leib geschneidert. Die Eule stolzierte im prächtigen Federkleid auf.
Vom scharfzahnigen Wolf über die niedlichen Mäuse bis zu den glänzenden Sternenträgern hatte die Maskenbildnerin den großen und kleinen Akteuren ihr Bühnenkleid maßgeschneidert. Bei solch einem pompösen Bühnen- und Kostümbild wurde von den Besuchern gerne hingeschaut.
Und das gab es zusehen: Don Marco (gespielt von Walter Schafmeister und Christoph Besse) ist in der Fabel von Yvonne Kosak der Hauptakteur. Ein Fuchs, der mit Hinterlist, Charme und etwas Magie zu Werke geht. Und der Fuchs hat hohe Ziele: Er will Präsident der Tiere werden und sich die Herrschaft im Warburger Land sichern. Darüber hinaus sehnt sich der Fuchs nach Liebe. Die kommt in Gestalt der hübschen Füchsin Fuchsibella (Anna-Lena Hahne und Lina Lohe) daher.
Um seine Auserwählte und den Rest der ostwestfälischen Tierwelt von sich zu überzeugen, gibt Don Marco große Versprechungen: Niemand soll mehr Hunger leiden, Geld und Kurzweil prophezeit Don Marco unter seiner Herrschaft im Überfluss. Schöne Versprechungen - leere Versprechungen. Letztere erkennen die flinken Mäuschen und schlauen Schweinchen als Erste und entlarven den Betrüger, der sich hinter dem galanten Strahlemann Don Marco versteckt hat.
Eineinhalb Stunden dauerte das kurzweilige und fabelhafte Familienmusical, dessen Reiz vor allem in dem Zusammenspiel der Generation lag: Groß neben klein, Kind neben Erwachsenem teilten sich bei der Aufführung von "Don Marco" den Bühnenraum. Dabei war den Akteuren ihre Spielfreude anzusehen, mit der sie ihren tierischen Rollen Leben einhauchten.