800 bis 1.000 Besucher bei der Ranzenfete können mehr als 400 Modelle auf Herz und Nieren testen
Warburg. "Der Verschluss ist toll. Keiner außer mir weiß, wie er aufgeht", sagt Rieke (5) stolz und probiert das geheime Schloss das blau-rosafarbenen Ranzens gleich aus. "Mir gefällt auch das Pferd darauf. Und dass ich an der Seite in ein Fach etwas reinstecken kann." Mama Carmen Rütters-Engemann geht da weniger nach dem Aussehen des Tornisters: "Ich achte auf den richtigen Sitz auf ihrem Rücken", erklärt sie. Riekes ältere Schwester Carla (7) ergänzt: "Und dunkel soll er sein, dann sieht man Schmutz nicht so schnell."
Mehr als 400 verschiedene Ranzen – i-Dötzchen-Träume für den Ernst des Lebens ab nächstem Sommer – konnten Eltern und künftige Schulkinder bei der vierten Ranzenfete im Autohaus Jacobi ansehen, begutachten, aufprobieren und auf Herz und Nieren prüfen. "Jeder Kinderrücken ist anders", erklärt Martin Drawe vom gleichnamigen Büropartner in Warburg. Er erwartet mit den Partnern vom Therapiezentrum Warburg, der Praxis für Stimm- und Sprachtherapie Manfred Fuchs und Brillen Fielmann (Sehtest) 800 bis 1.000 Besucher. Früher seien die Ranzen um Ostern herum gekauft worden. Mittlerweile verkaufe er auch schon in der Vorweihnachtszeit und im November einige Exemplare, sagt Drawe.
"Bei den Jungs liegen Feuerwehr-, Trecker- und Rennauto-Motive ganz vorn, bei den Mädchen sind es Einhörner und Pferde, dazu die Farben Rosa und Silber, Glitzerndes und Blinkendes", weiß Lucyna Drag, die mit ihren Kollegen die Eltern-Kind-Gespanne berät. "Die neuen Modelle mit den LEDs sind so etwas wie die Mercedes’ der Ranzen. Aber wichtig ist, dass sich die Kinder damit wohlfühlen. Wenn der Ranzen gefällt, ist auch Schule gut." Das letzte Wort beim Kauf hätten jedoch meist die Eltern.
"Wir suchen etwas Robustes, das Stöße und Schläge aushält und auch mal in die Ecke fliegen kann. Man weiß ja, was an den Bussen für ein Gerangel ist", erklärt Samira Röder aus Ehringen.
Töchterchen Ronja (6) trägt ein leichtes, schickes Model bereits zur Probe. "Der wird’s auch", sagt die Mutter überzeugt. "Wir haben vorher im Internet und in den Geschäften verglichen." Rund 100 Euro plus Mäppchen und Sporttasche sollen investiert werden.
Er freue sich auf die Schule, aber nicht auf die Hausaufgaben, bekennt Kevin (5), der mit Mama Manuela de Graaf aus Rimbeck zur Ranzenfete gekommen ist. Und die Neuerwerbung – gefüllt mit Papier-Stapeln – nun im nebenan aufgebauten Parcours beim Therapiezentrums Warburg ausprobiert: Um Hütchen rennen, über Buckel laufen, schnell durch eine Gasse flitzen: Alles mit dem neuen Ranzen auf dem Rücken. Klappt. Auch Ergotherapeutin Marion Blömeke ist zufrieden. Und Mama Manuela de Graaf schmunzelt angesichts ihres Sohnemanns: "Stolz wie Oscar."
Als nächstes ist Luis (6) dran. "Wir waren mit seinem älteren Bruder damals auch bei der Ranzenfete", berichtet die Mutter Kirsten Wiegartz aus Warburg und gibt die Maxime beim Ranzenkauf aus: "Funktionalität": "Wenn’s nach der Optik ginge, wäre es bei Luis Star Wars geworden." Bei Swetlana und Selina Lau aus Borgentreich hat Pink ganz klar die Nase vorn: "Sie hat entschieden", sagt die Mutter und weist auf die niedliche Fünfjährige: "Sie wird erst im September sechs, da wollten wir ein leichtes Modell, das auf ihren Rücken passt und nicht so schwer ist. Und er muss ihr gefallen."