Warburg. 38 neue Übernachtungsmöglichkeiten in sieben Pensionen und Ferienwohnungen im Warburger Stadtgebiet zählte Norbert Hoffmann in den Jahren 2010 bis 2011: Weggefallen sind in dem Zeitraum 14, so dass ein Plus von 24 Betten unterm Strich zu Buche steht. Das macht den Cheftouristiker der alten Hansestadt stolz und zufrieden. Genau wie die Tourismus-Zahlen (siehe nebenstehender Text).
Doch zurücklehnen ist nicht: Deshalb werden zum Saisonstart am 1. April sechs neue Elektro-Fahrräder, sogenannte E-Bikes, für Gäste und Einheimische zur Verfügung stehen, um die Region und die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive zu erkunden. Stationiert sein werden jeweils zwei Räder unter der Überschrift "Movelo" in den Unterkünften Alt-Warburg, der Pension Backsteinhaus und der Ferienwohnung Hoppe in Germete. Bei Bedarf, so verspricht Hoffmann, können für Gruppen mit Voranmeldung weitere Räder bereitgestellt werden.
"Am Info-Center auf dem Neustadt-Marktplatz entsteht eine Ladestation, wo die E-Bike-Touristen die Akkus tauschen oder aufladen können." Mit diesen Fahrrädern seien auch der Höhenunterschied zwischen Alt- und Neustadt sowie die Fahrt zum Desenberg ein Katzensprung. "Sie sind leicht zu fahren und zu bedienen." Hoffmann hofft, so auch einige Radtouristen mehr, die auf dem Diemelradweg unterwegs sind, zum Stopp in die Stadt zu holen.
Ein großes touristisches Pfund ist für Warburg auch der Bereich Wohnmobile: "Wohnmobilisten lassen laut Deutschem Tourismusverband pro Person und Tag 40 Euro in der Stadt", rechnet der Experte vor. 2010 wurden auf den fünf Stellplätzen auf dem Schützenplatz 101 Übernachtungen gezählt, die die Fünf-Euro-Pauschale für die Anschlusssäule zahlten. Im Jahr darauf hat sich die Anzahl mit 303 Übernachtungen genau verdreifacht. Dazu kommt laut Hoffmann noch eine Dunkelzimmer von mindestens 100 Prozent, die nur die kostenlose Übernachtungsmöglichkeit im Wohnmobilhafen nutzten. Und zwar ganzjährig, wie er betont.
Als "ordentlich" bezeichnet Hoffmann die im Jahresvergleich 2010/2011 um 39,7 Prozent gestiegenen Zugriffszahlen auf die Internetseiten der Stadt: Von 42.470 auf 59.360. "Die Gäste verweilen auf unserem Stadtpanorama deutlich länger." Wichtigster ausländischer Gästestrom: Die Niederländer, für die die Region "das Tor zum Sauerland" sei. Warburg sei aufgrund seiner topografischen Lage für die Menschen aus dem Flachland äußerst interessant. Deshalb auch der Besuch der Warburger Touristiker auf der Utrechter Tourismus-Messe Anfang des Jahres. Zudem stehen 2012 noch Besuche beim Internationalen Hansetag in Lüneburg und beim Westfälischen Hansetag in Werne an.
"Warburg liegt in Deutschland sehr zentral und hat großes Potenzial auch für überregionale Tagungen." Laut Hoffman hat ein Gutachter festgestellt, dass Warburg noch ein größeres, sogenanntes "Vollhotel mit 60 Zimmern" fehle, das auch mal eine Busladung Gäste beherbergen könne. "Ein Manko: Wir sind nicht in den Prospekten der Busunternehmer." Auch dort gibt es also noch Potenzial. Denn Hoffmann schwärmt von Warburg, dem historischen Stadtkern und der "wunderbar erhalteten Baustruktur samt Mauerring" sowie der reizvollen Doppelstadt und der spannenden topografischen Lage. "Und unsere acht Stadtführer sind echte Unikate."