Warburger Land. Nach der kleinen heimischen Glühbirne ist jetzt die große Straßenbeleuchtung dran. Es muss umgerüstet werden: Ab 2015 dürfen keine Quecksilberdampf-Lampen mehr verkauft werden. Außerdem sollen Strom und Kohlenstoffdioxid-Emissionen eingespart werden. In der Börde wird deshalb nach Beleuchtungs-Alternativen gesucht.
Borgentreich
Vor gut einem Jahr wurde eine LED-Leuchte vor dem Seniorenzentrum Borgentreich angebracht. Ein erster Versuch mit einem Prototyp. Andere Versuche, Energie zu sparen, wurden bereits erfolgreich in Angriff genommen. "Wir haben unsere Beleuchtungen in den vergangenen zehn Jahren umgerüstet", sagt Bürgermeister Bernhard Temme. Sukzessive seien die 1.600 Laternen mit Energiesparleuchten bestückt worden. Rund 40.000 Euro hat diese Maßnahme gekostet. Eine Investition, die sich gelohnt hat: In 2004 lag der Verbrauchsstrom für die Beleuchtungskörper noch bei 350.000 Kilowattstunden (kWh), in 2011 waren es nur noch 180.000 kWh. "Fast eine Halbierung", freut sich Bürgermeister Temme.
Gedrosselter Verbrauch heißt gespartes Geld. Um rund 20 Prozent konnten die Stromkosten reduziert werden: Von 45.000 Euro in 2004 auf 32.000 Euro im vergangenen Jahr. "Leider sind die Energiekosten stark gestiegen", sagt Temme. Der Rathaus-Chef hat aber auch die moderne LED-Technik im Blick. 740 Leuchten würden im Borgentreicher Beritt für eine Umrüstung infrage kommen. Eine erneute Umrüstung würde rund 330.000 Euro kosten,wovon rund 82.000 Euro subventioniert werden könnten. "Der Rest wäre unser Eigenanteil", sagt Temme. "Deshalb wollen wir es erst einmal dabei belassen, denn wir haben unsere Schulaufgaben gemacht - und deren Ergebnis kann sich sehen lassen."
Warburg
Rund 3.700 Straßenlaternen gibt es im Warburger Stadtgebiet. Auch dort sind Testleuchten angebracht: Eine LED-Lampe hängt direkt vor dem Eingang der Stadtwerke, weitere drei an der Kriminixstraße. Die Erprobungsphase läuft: Gecheckt werden Leuchttypen (LED oder Natrium-Dampflampen) und Lichtfarben (kühles Weiß bis zum wärmeren Gelb). "Die alte Pilzleuchte mit der 360 Grad Rundumbeleuchtung wird es wahrscheinlich nicht mehr geben", sagt Hans-Jürgen Müller, Leiter der Stromversorgung bei den Stadtwerken Warburg. 95 Watt frisst eine dieser alten Quecksilberdampf-Lampen. Die LED-Version hingegen nur 20 Watt. Rund 700 Euro würde der LED-Leuchtenkopf samt Montagearbeit kosten. "Dafür beträgt das Wartungsintervall 15 Jahre", betont Müller. Bei den altgedienten Lampen ist ein vierjähriger Wartungsturnus vorgesehen. "In Planung ist, 200 Leuchten mit LED-Technik zu bestücken", sagt Bauamtsleiter Manfred Behler. Das soll Geld sparen.
Wie viel eingespart werden könnte, das hat der Leiter der Stromversorgung einmal hochgerechnet: Sollten die 200 Leuchten angebracht werden, könnte an den Stellen die Stromkosten um 85 Prozent reduziert werden. Der derzeitige Stromverbrauch liegt bei rund 76.000 kWh pro Jahr, nach der Umrüstung würde er auf jährlich 11.620 kWh sinken. Eingespart würden danach rund 64.400 kWh. Das sind rund 11.600 Euro. "Darüber hinaus würde die Kohlenstoffdioxid-Einsparung bei jährlich 38 Tonnen liegen", sagt Müller.
Willebadessen
Die Stadt Willebadessen ist Vorreiter in Sachen Beleuchtungs-Umrüstung im Warburger Land: "Wir haben 175 LED-Beleuchtungsköpfe angebracht", sagt Beigeordnete Anita Poschmann. Ausgetauscht wurden die ältesten Lampen - vorzugsweise auf den Dörfern. Komplett neu bestückt sind Engar (37), Ikenhausen (28) und Willegassen (12). 97.000 Euro hat die Maßnahme, die in den Jahren 2010 und 2011 lief, gekostet.
"Finanziert wurde sie mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II", sagt Poschmann: "Wir durften die Überschüsse aus anderen Maßnahmen in die Beleuchtungen stecken." Die Einspar-Bilanz liege aber noch nicht vor. Bis zum Jahre 2015, wenn die Quecksilberlampen ausgetauscht sein müssen, sollen noch einmal maximal 50.000 Euro für die Straßenbeleuchtung in der Stadt in die Hand genommen werden.