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28.08.2010
UNTERWEGS IM ALTKREIS HALLE
Süße Aussichten
Ob vom Luisenturm oder von der Ravensburg: Borgholzhausen kann von vielen Seiten bestaunt und auf noch mehr Wegen entdeckt werden.
VON ALEXANDER HEIM

Hereinspaziert | FOTO: ALEXANDER HEIM

So klein und beschaulich liegt Borgholzhausen – quasi wie ein Juwel – im Teutoburger Wald, dass man sich fragt: Mag es hier zehn Dinge geben, die man unbedingt gesehen haben muss, bevor man das Örtchen wieder verlässt? Die Antwort ist leicht: Ja, es gibt sie. Und noch viel mehr.

Diese Kleinode aufzuspüren, fällt nicht schwer. Denn egal aus welcher Richtung man sich dem kleinen Pium nähert – es wimmelt nur so von Historie. Das Wort "Pium" – es geht auf die als so gläubig bekannten Borgholzhausener zurück (aus dem Lateinischen abgeleitet bedeutet es "die Frommen"), die so viele Kirchen in ihren Stadtgrenzen beheimateten.

Die Ravensburg ist das Wahrzeichen des Altkreises Halle

Das bekannteste Bauwerk und Wahrzeichen ist aber ganz ohne Frage die Ravensburg. 1080 von Hermann zu Calvelage erbaut, erstrahlt sie seit kurzem in neuem Glanz. Wer das Pittoreske sucht, dem wird ein Besuch am Schloss Holtfeld gefallen. Das in Privatbesitz befindliche Wasserschloss ist eine wahre Augenweide. Und die kleinen Straßen ringsum laden zu einer Radtour ein. Nicht minder hübsch präsentiert sich das Gut Brincke im Ortsteil Barnhausen. Die kleine Kapelle ist vor allem bei Brautpaaren sehr beliebt. Gräfin Maria Bertha wurde posthum zur Namenspatin der Grundschule im Stadtkern.

8.850 große und kleine Einwohner nennen Borgholzhausen ihre Heimat. Darunter auch Springreiter und Weltmeister Franke Sloothaak oder Winnetou-Darsteller Benjamin Armbruster. Und auf dem Luisenturm sind sie alle schon einmal gewesen. 300 Meter über der Stadt kann man einen herrlichen Ausblick genießen. Und wer Spaß hat, den Wanderwegen ringsherum zu folgen, der kommt zur Freilichtbühne im alten Steinbruch, wo regelmäßig Kindertheater, Musicals und plattdeutsches Bauernspiel aufgeführt werden.
Wenn Steine reden könnten | FOTO: ALEXANDER HEIM

Früher gab es in Borholzhausen viele Honigkuchenbäcker

Früher, erinnern sich alte Piumer, da hat es einmal zahlreiche Honigkuchenbäcker gegeben. Geblieben ist die Traditionsfirma "von Ravensberg", die sich nicht zuletzt beim Weihnachtsmarkt am ersten Wochenende im Dezember großen Zulaufs erfreut. Damals, als kurz hinter Borgholzhausen noch die Grenze zwischen den Königreichen Hannover und Preußen verlief, etablierte sich der junge Geschäftsmann Heinrich Schulze. 1830 gründete er sein Unternehmen, das sich noch heute im Familienbesitz befindet. Und aus dem noch heute süßer Duft durchs Bergstädtchen weht.

Doch auch andere Highlights locken die Gäste an. Die "Nacht von Borgholzhausen" heißt im Juni die Leichtathletikelite willkommen. Der Kartoffelmarkt scheint am dritten Wochenende im September eine Schönwetter-Garantie zu haben. Auch Bundestagsabgeordnete lassen sich dann einen Besuch nicht nehmen. Und dann ist da natürlich noch der schöne Spieker in Wichlinghausen. Echtes Mittelalter? Keineswegs. Aber ein wunderschön und mit viel Liebe entworfener Nachbau. Für Architekturliebhaber eine Augenweide. Und für Familien mit Kindern wegen des Pferdehofes ein lohnenswertes Ziel.

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