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06.03.2010
Matthias Opdenhövel: Allzweckwaffe im Maßanzug
Detmolder ist in der ersten TV-Liga angekommen
VON INDRA KLEY

Siegerpose im Anzug | FOTO: NINA GRÜTZMACHER/DPA

Ein Badezimmer in Detmold, Ende der 70er Jahre: Mit dem Brausekopf in der Hand führt der kleine Matti Interviews. Als Dieter Kürten. Und als Karl-Heinz Rummenigge. Ein Wohnzimmer in Detmold mit Blick auf den "Hermann", April 1982: Im Fernsehen wird der Grand Prix aus dem britischen Harrogate übertragen. Der kleine Matti sitzt im Frotteeschlafanzug auf der Couch. Und verliebt sich spontan in Nicole, die mit – so Opdenhövel – "Moses-teilt-das-Meer-Mittelscheitelfrisur, weißer Wandergitarre und Faltenrock" nur ein bisschen Frieden, aber immerhin den Sieg für Deutschland herbeisingt.

Man hätte es ahnen können. Fußball und der Eurovision Song Contest – das sind die großen Themen im Leben des Matthias Opdenhövel. Der ist mittlerweile 39 Jahre alt, duscht nicht mehr in Detmold, sondern in Köln, und hat sich nach Nicole in die Background-Tänzerin von Dschingis Khan verliebt. Dieter Kürten ist er nicht geworden. Auch kein Fußballstar. Als der Kreisauswahltrainer ihm mitteilte: "Am Ball sieht das alles ganz gut aus, du könntest nur echt zwei, drei Schnitzel mehr essen, dann würdest du auch öfter an einem Verteidiger vorbeikommen", war die große Karriere beendet. Matthias Opdenhövel ist Fernsehmoderator – Allzweckwaffe der Privaten, nahezu überall einsetzbar.

Ob Musiksendung, Quizshow, Frühstücksfernsehen oder Bundesliga im Pay-TV – der Opdenhövel macht’s schon. Ohne lautes Getöse. So dezent, dass man fast erschrickt, wenn der Lipper seine Bildschirmpräsenz in Zahlen ausdrückt. "Ich glaube, ich mache in diesem Jahr bei Pro Sieben sechzehn 20.15-Uhr-Live-Shows", sagt Opdenhövel. "Das sind eigentlich alle großen Sendungen, die der Sender in diesem Jahr live ausstrahlt." Allein in dieser Woche hat er bei "Liga total" die Fußball-Bundesliga unter die Lupe genommen, war zweimal bei "Unser Star für Oslo" zu sehen und hat mit Komoderatorin Sabine Heinrich auch noch durch die "Echo"-Verleihung geführt – sein zweiter Auftritt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Seriöser Gegenpol zur Rampensau

Mit seiner Designer-Brille und den gut sitzenden Boss-Anzügen kommt Opdenhövel zuweilen ein bisschen seriöser rüber als die Sendungen, die er moderiert. Er ist der sachliche Typ. Einer, der lieber aus dem Hintergrund ein paar intelligente, spitze Bemerkungen abfeuert. Er passt gut ins Öffentlich-Rechtliche, ist aber auch der perfekte Gegenpol zu Freund, Kollege und Rampensau Stefan Raab, den Opdenhövel zum ersten Mal 1993 beim VIVA-Casting in Köln traf. Mit einem Volontariat bei dem damals neu gegründeten Musiksender begann seine TV-Karriere. Dabei hätte Opdenhövel beinahe einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Nach dem Abitur am Detmolder Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium und dem Grundwehrdienst beim Panzeraufklärungsbataillon 7 in Augustdorf studierte er zunächst Betriebswirtschaftslehre in Würzburg. Oder sagen wir mal: Er versuchte es.
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"Eigentlich wusste ich schon nach zwei Tagen, als ich da mit 600 anderen Kommilitonen im Hörsaal saß, den Professor nur schemenhaft erkennen konnte, um mich herum nur Barbour-Jacken und Einstecktücher, dass es völlig falsch war", erinnert er sich. Nach zwei Monaten fuhr er zu Weihnachten nach Hause – und blieb. "Da habe ich wirklich zum ersten Mal wie so ’n Ochse vor der Wand gestanden und gedacht: Puh, was machste denn jetzt eigentlich?" Die Szene mit dem Brausekopf im Detmolder Badezimmer kam ihm wieder in den Sinn. Und der Fakt, dass er den Kicker seit 50 Jahren auswendig kennt, wie er sagt. "Da dachte ich, Sportreporter wäre vielleicht gar nicht schlecht."

"Kurz vor der Amputation"

Heute hat er den für sich perfekten Weg gefunden. "Solange das mein Schritt mitmacht, mache ich gerne einen breiten Spagat: Auf der einen Säule die Unterhaltung, auf der anderen der Sport." So mag er’s. Und so sehr kneift die Hose dann auch gar nicht. Dass sein Ausflug in die ARD von allerlei Spekulationen darüber, ob er nun zu den Öffentlich-Rechtlichen wechsele, begleitet wird, betrachtet er mit Amüsement. "Die Frage, wann ich denn jetzt endgültig zur ARD gehe, wo ich doch jetzt eh schon drei Sendungen dort mache um Viertel nach acht und man dort ja auch jemanden sucht, wird mir momentan öfter gestellt", schmunzelt er und stellt klar: "Im Moment sehe ich da kein Bedürfnis." Er halte es da wie Kevin Kurányi: "Ich schieße meine Tore, und den Rest machen die Vereine unter sich klar."

Info

Vita

Geboren: 25. August 1970 in Detmold.
Laufbahn: Nach Abitur und Wehrdienst studierte Matthias Opdenhövel an der Uni Würzburg zwei Monate BWL. Danach hospitierte und arbeitete er bei Zeitung und Radio in Lippe und fing 1994 beim Musiksender VIVA an. Ab 1997 moderierte er diverse Shows bei Pro Sieben, Sat 1, Vox, DSF, RTL 2, Arena und anderen. 2010 ist er das erste Mal in der ARD zu sehen.
Familie: Mit Frau und zwei Söhnen (fast 2 und 8 Jahre alt) lebt er in Köln.

Aber den Fuß würde er sich schon abhacken, wenn er dafür die Sportschau moderieren könnte, oder? Er lacht. "Das habe ich irgendwann mal gesagt. Und jetzt bin ich kurz vor der Amputation, weil die ARD schon an der Tür steht." Opdenhövel weiß: Die Branche ist viel zu schnelllebig, als dass man sich irgendwelche großen Ziele setzen sollte. "Ich kann ganz entspannt sagen: Wenn es so weiterläuft wie jetzt, dann bin ich der glücklichste Mensch überhaupt."

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Kommentare
Ich finde Matthias Opdenhövel einfach nur schlecht. Er scheint sich selbst ja ganz witzig zu finden, dabei sind seine Kommentare flach, unlustig und niveaulos. Der Mann hat keinen Humor, wirkt nicht besonders intelligent und ist meiner Meinung nach im deutschen Fernsehen gänzlich falsch. Nur schicker Anzug und Brille allein macht's halt nicht. Einfach nur unterirdisch schlecht der Typ!!!

@ kein fan, kein fan 2 und voll und ganz:

nicht 100% richtig, 1000% richtig

Ich finde Matthias Opdenhövel klasse. Nicht nur seine Moderation, sondern auch, weil er konsequent Brille trägt und damit spitze aussieht. Mich freut das als Brillenträger sehr. Ich hoffe, dass er auch weiterhin seiner Brille treu bleibt!

Ich fand das Portrait interessant und witzig geschrieben, und es macht Lust auf mehr - zum einen auf mehr solcher unterhaltsam geschriebenen Portraits, zum anderen auf mehr Opdenhövel. Ich muss gestehen, dass ich Opdenhövel allein aufgrund seiner etwas spießigen Optik eher uninteressant und langweilig fand, mich das Portrait aber dazu verleitet, ihm eine Chance zu geben und ihn mir doch noch einmal anzuschauen. Denn von seiner Persönlichkeit her scheint er ein ganz pfiffiges, witziges Kerlchen zu sein.
Und @ "kein Fan" und "voll und ganz": Kennen Sie ihn persönlich? Oder warum können Sie so sicher sagen, dass die Beschreibung Opdenhövels realitätsfremd ist?

Ich finde ihn Klasse. Er drängt sich nie in den Vordergrund, kommt auch mit schwierigen, unvorhergesehenen Situationen klar (z. B einem Hans-Martin bei "Schlag den Raab"), ist schlagfertig und einer der wenigen Moderatoren, deren Witze nicht auswendig gelernt wirken. Außerdem finde ich es lustig wenn Opdenhövel und Raab sich immer Spontan-Wortgefechte liefern.



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